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Man muss kein alter Hase für eine reiche Tomaten-Ernte sein.

Tomaten-Pflanzen: Anleitung und Tipps für guten Geschmack und reiche Ernte

Jetzt ist Tomaten-Zeit im Garten oder auf dem Balkon. Verschonen uns die Eisheiligen mit frostigen Temperaturen, dann können spätestens Mitte Mai die geliebten Tomaten in Kübeln und in den garten gepflanzt werden. Was für eine reiche Ernte, gesunde Pflanzen und ein tolles Aroma wichtig ist, lesen Sie hier.

Tomaten aus der heimischen Ernte schmecken besser, wenn Sie viel Platz haben. Denn durch ausreichenden Platz können die Starkzehrer mehr Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen und erhalten sie mehr Sonne für die Reifung der Früchte.

Fachleute raten – je nach Größe der späteren Pflanzen -, maximal 2,5 Pflanzen durchschnittlich auf einen Quadratmeter zu platzieren. Dann haben Tomaten genügend Platz und der Zuckergehalt der Früchte - botanisch gesehen ist die Tomate ein Obst - steigt, was sich positiv auf deren Geschmack auswirkt. Und ein Tipp für das Saisonende, etwa Ende August und wenn 5 - 6 Tomaten-Rispen vorhanden sind: Die Spitze der Tomaten-Pflanzen abschneiden. Dann können die teils noch grünen Tomaten besser reifen. Die Energie geht dann nicht in den jetzt unnützen Wachstumsprozess verloren.

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Die Vielfalt steigt und steigt und es gibt viele wiederentdeckte, teils sehr alte Sorten von Tomaten-Pflanzen heute auf dem Markt. Gerade in Gärtnereien kann der Hobbygärtner manchmal sehr schöne, krankheitsresistente Sorten entdecken. Schauen Sie doch einfach mal bei Ihrem Gärtner um die Ecke vorbei und entdecken Sie mal völlig andere Sorten mit oftmals tollem Geschmack. Doch gleich, welche Sorte man wählt oder bevorzugt, die eigenen, biologisch gezogenen Tomaten sind eine schöne Bereicherung für jeden Speiseplan und äußerst vielfältig in der Verwendung. Selbst die größten Gemüse-Muffel sind von Tomaten zu begeistern.


Saftig, lecker und einfach vielseitig: schöne reife Tomaten.

Saftig, lecker und einfach vielseitig: schöne reife Tomaten. (c) Fotolia

Tomaten sollten unbedingt auf einem nährstoffreichen Boden wachsen. Auch sollten Tomaten nicht allzu übermäßig gegossen werden. Lieber einmal richtig viel, statt stets kleine Portionen Wasser. Dann Wurzeln Tomaten-Pflanzen tiefer und sind so den Hitzeperioden besser gewappnet. Diese beiden Grundvoraussetzungen haben zum Ergebnis, dass die Früchte eine höhere Zucker- und Säurekonzentration haben und mehr Trockensubstanz-Gehalt. Das macht sie nicht nur schmackhafter, sondern auch haltbarer.

Tomaten haben es gerne, wenn sie eine regelmäßige Düngergabe erhalten. Spezielle Tomatendünger sind ideal. Wer sich wenig Arbeit machen und garantiert auf Chemie verzichten möchte, der gibt entweder ausreichend Kompost oder natürliche Hornspäne in die Erde. Letztere sollte hochwertig sein und am besten keinen Torf enthalten. Denn diese Erden mit Torf sind nicht nur für die Moore in Osteuropa schädlich, die billigen Erden  mit über 95 Prozent Torfanteil trocknen zudem viel schneller aus. Mehr dazu im Artikel 'Warum torffreie Erde einfach besser ist'.

Hornspäne sind ein guter, natürlicher Langzeitdünger. Sie geben den wachstumsfördernden Stickstoff ab. Die Wirkung der Hornspäne setzt zwar nicht sofort ein, hält dann aber für eine ganze Saison. Und da nahezu alle Erden eine Grunddüngung für bis zu sechs Wochen enthalten, sind Hornspäne eine ideale Ergänzung. Übrigens, kaum eine Pflanze, kein Obst und Gemüse oder eine Staude nimmt dem Hobbygärtner den Einsatz von Hornspäne übel. Daher kann dieser recht günstige Langzeit-Dünger gerne bei jeder neuen Pflanzung ins Pflanzloch gegeben werden und im Frühjahr auch bereits etablierten Pflanzen neue Kraft verleihen.

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Um die Gefahr von Kraut- und Braunfäule zu minimieren sollten die Tomaten-Pflanzen immer direkt am Stammansatz gegossen werden. Denn feuchte Blätter sind wesentlich anfälliger für die Erkrankung an Kraut- und Braunfäule. Ideal ist es, die Blätter unter dem ersten Fruchtansatz einfach abzuschneiden. Nebenbei benötigt die Pflanze dann auch weniger Energie für die Blattausbildung. Erkranken Tomaten trotzdem an Kraut- oder Braunfäule, dann immer gleich die kranken Blätter abschneiden.

Tomaten wachsen übrigens nicht nur ideal an einem sonnigen, geschützten Platz im Garten. Ein ausreichend großes Gefäß, beispielsweise ein einfacher Kunststofftopf oder ein großer Terrakottakübel reicht völlig aus, Tomaten auf Balkon oder Terrasse erfolgreich zu kultivieren. Der Vorteil: Die schmackhaften Früchte befinden sich direkt am Haus.

Saisonende: Was tun mit grünen Tomaten?

Die Saison ist zu Ende, es wird kalt und die Tomaten-Pflanze stirbt so langsam ab, hat aber noch reichlich grüne Tomaten an ihrem Stamm hängen - dann heißt es rechtzeitig ernten und die grünen Tomaten an einen dunklen, warmen Ort legen. So haben die grünen Tomaten noch eine Chance nachzureifen. Alternative für das Nachreifen der Tomaten: Die komplette Tomaten-Pflanze ausgraben und umgekehrt beispielsweise im Keller aufhängen.


Text: Jürgen Rösemeier