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Es gibt zahlreiche Mythen über Gemüse und Obst.

Gesundes Gemüse und Obst: Stimmen die Mythen?

Es heißt: Aufräumen in der Gerüchteküche! Was ist dran an Wasser, Kirschen und Bauchschmerzen? Ist Rohkost wirklich immer die erste Wahl? Viel Wissenswertes gibt es beim Thema gesundes Gemüse und Obst, aber auch einige Mythen.

Wer weiß schon, dass Deutschland zu den führenden europäischen Ländern in Sachen Möhren-Anbau gehört. Oder dass Tomaten hierzulande unter besten hygienischen Bedingungen und gut geschützt im Gewächshaus gezogen werden, wie am Bodensee? Auch in Sachen Paprika kann Deutschland viel aus heimischem Anbau anbieten, vor allem aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Rund um Lebensmittel, besonders im Obst- und Gemüsebereich, gibt es nicht nur viel Wissenswertes aus deutschen Landen zu berichten. Es ranken auch allerlei Mythen um die Wirkung und den Verzehr der vegetarischen Lebensmittel. Doch, was steckt dahinter?

Gesundes Obst: Ist Wasser auf Kirschen schlecht für den Magen?

Ein klares «Nein» ist die Antwort! Genauer, es war einmal. Denn diese Weisheit der negativen Wirkung von Wasserkonsum nach Kirschen-Genuss stammt aus den Zeiten unserer Großeltern, als das Trinkwasser noch nicht die heutige Qualität besaß. Damals konnte der Genuss von Leitungswasser – es gab ja noch keine Getränke aus der Mehrweg-Kiste – in der Verbindung mit dem Verzehr von Steinobst wirklich zu Magenbeschwerden führen. Doch dies ist heute nicht mehr der Fall.

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Ist der Verzehr von rohem Gemüse und Obst gesund?

Die Antwort ist «Jein». Rohkost sagt man nach, sie soll besonders gesund zu sein. Natürlich ist rohes Gemüse wie Möhren, Kohlrabi oder Salate, vor allem aus heimischem Anbau, ein wichtiger Vitamin- und Mineralstofflieferant. Darüber hinaus ist Gemüse als Rohkost, also unzubereitet, sehr kalorienarm, enthält kaum Fette und meist wenig Kalorien. Einige wichtige Nährstoffe können jedoch gegart besser aufgenommen werden als bei dem Verzehr von Rohkost. Andere wiederum in Kombination mit Fett effektiver verwertet werden: Bestes Beispiel: Das Beta-Carotin aus Möhren oder Tomaten. Daher ist für eine ausgewogene Ernährung, also eine Abwechslung zwischen Rohkost und schonend gedämpftem Gemüse, sehr wichtig.


Spinat soll besonders viel Eisen liefern.

Spinat ist der beste Eisen-Lieferant: ein weit verbreitetes Gerücht.

Ist Spinat als Eisen-Lieferant ein besonders gesundes Gemüse?

Ja, aber nicht nur Spinat. Denn beispielsweise Feldsalat und Karotten können mit zwei Milligramm pro 100 Gramm problemlos in Sachen Eisen-Gehalt mithalten! Auch Himbeeren und Heidelbeeren sind mit einem Gehalt von 1,9 Milligramm pro 100 Gramm wichtige Eisen-Lieferanten. Übrigens: Eisen wird vom Körper unterschiedlich gut aufgenommen, je nach Quelle. Unterstützt wird eine optimale Aufnahme durch den gleichzeitigen Verzehr von Kalzium oder Vitamin C. Kalzium ist besonders in Milchprodukten und die Eisen-Aufnahme kann damit durch Joghurt-Dressings oder Quarkspeisen unterstützt werden. Die Ursache des Mythos Spinat als guter Eisen-Lieferant soll übrigens darin begründet sein, dass Forscher einst in der Kommastelle verrutscht sind. Zum Vorteil des Eisen-Gehaltes.

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Karotten: Gesundes Gemüse das gut für die Augen ist?

Karotten enthalten zwar eine große Menge der natürlichen Farbstoffe Carotinoide. Das bekannteste ist Beta-Carotin, eine Vorstufe von Retinol oder auch Vitamin A. Vitamin A spielt eine tragende Rolle bei der Fähigkeit des Auges, hell von dunkel zu unterscheiden. Mangel kann zu Nachtblindheit führen. Auch Lutein und Zeaxanthin gehören zu den Carotinoiden. Keinen dieser wichtigen Stoffe kann unser Körper selber herstellen, daher ist eine Aufnahme über eine ausgewogene Nahrung so wichtig.

Neben Karotten, besonders frisch aus dem eigenen Garten, enthalten Spinat und Grünkohl diese wichtigen Substanzen, teilweise sogar mehr als Möhren. Lutein und Zeaxanthin sind maßgeblich verantwortlich für die Bildung des Gelben Flecks (Macula lutea) im Auge. Der Gelbe Fleck ist jene Stelle der Netzhaut mit der größten Sehzelldichte. Der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) kann laut Studien mit einer carotinoidreichen Ernährung vorgebeugt werden. Die Möhre kann zwar kleine Verbesserung einer bestehenden Fehlsichtigkeit herbeiführen, eine positive Auswirkung auf das Sehvermögen durch Möhren-Verzehr ist jedoch gegeben.

Es gibt viele weitere Gerüchte um gesundes Gemüse und Obst, aber nicht immer ist alles wahr. Meistens, wenn es negative Mythen wie bei der Kirsche sind.

Quelle: Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse, Text: Jürgen Rösemeier