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Was Sie bei einer veganen Ernährung beachten müssen
Leben Veganer wirklich gesünder

Leben Veganer wirklich gesünder?

Vegan ist gleich gesund. An diese Formel glauben viele Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren. Aber wie gesund ist die vegane Ernährung wirklich? Experten warnen vor schweren Mängeln und kritisieren die Lebensmittelindustrie.

Die Vorstellung, wer sich vegan ernährt, lebe automatisch gesünder, ist ein gefährlicher Trugschluss. Für alle, die sich intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen, dürfte das keine Neuigkeit sein. Doch es gibt viele Menschen, die tatsächlich glauben, für eine gesunde Ernährung reiche es aus, einfach tierische Produkte durch pflanzliche zu ersetzen.

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Fertigprodukte sind ungesund – ob vegan oder nicht

Diese Einstellung macht Ernährungsexperten Sorgen. Denn natürlich reagiert die Lebensmittelindustrie längst auf die steigende Nachfrage und bietet immer mehr Produkte an, die das Vegan-Label tragen. Allerdings sind diese keineswegs automatisch gesünder als vergleichbare „Omni-Produkte“, denn viele sind ebenso stark verarbeitet und enthalten genauso viel Fett und Zucker. Eins muss klar sein: Fertigprodukt ist und bleibt Fertigprodukt, ob vegan oder nicht.

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Wie sehr das Thema vegane Ernährung auch Ernährungswissenschaftler und -experten derzeit beschäftigt, zeigt der 23. Ernährungsfachtag der Sektion Baden-Württemberg der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, auf dem verschiedene mit der Thematik zusammenhängende Themenbereiche diskutiert wurden. Im Zentrum stand die Frage: Leben Veganer gesund? Die Antwort ist komplex, ein simples Ja oder Nein reicht nicht aus.

Das Stichwort heißt: ausgewogene Ernährung

Denn natürlich ist es gesund, viel Gemüse und Obst zu essen und kaum ein Ernährungsberater wird zum übermäßigen, ja nicht einmal zum täglichen Fleischkonsum raten. Das entscheidende Stichwort lautet: Ausgewogenheit. Was für die omnivore Ernährung gilt, kann auf die rein pflanzliche übertragen werden. Die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen muss sichergestellt werden und das gelingt nur, wenn man sich intensiv mit seiner Ernährung auseinandersetzt. Für Veganer bedeutet das außerdem, dass sie Vitamin B12 durch Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen müssen, denn es gibt zwar pflanzliche Lieferanten wie Algen oder Shiitake Pilze, doch der Körper kann das Vitamin deutlich besser verwerten, wenn es aus tierischen Quellen stammt oder eben in Vitamintabletten oder ähnlichen Präparaten entsprechend aufbereitet ist.

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Für einige Gruppen kommt eine vegane Ernährung den DGE-Experten nach derweil nicht in Frage: Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche sollten auf eine rein pflanzliche Lebensweise verzichten, denn sie brauchen mehr Nährstoffe und reagieren sehr empfindlich auf Mängel. Allen anderen, also gesunden Erwachsenen, die sich vegan ernähren möchten, empfiehlt die DGE eine qualifizierte Beratung. Das ist sicher ein sinnvoller Rat, der allerdings für jede Ernährungsform gelten sollte. Denn angesichts der Zunahme von Fettleibigkeit, Diabetes und weiteren ernährungsbedingten Krankheiten ist zumindest fraglich, wie viele Menschen – ob Fleischesser, Vegetarier oder Veganer – tatsächlich wissen, wie eine ausgewogene Ernährung aussehen sollte.

Grillgemüse als leckeres veganes Gericht.

Leckeres Grillgemüse ist nicht nur für Veganer eine gesunde Alternative.

Hier finden Sie den Tagungsband inklusive Programm, Abstracts der Sprecher und Positionspapier der DGE zum Thema vegane Ernährung. 

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Quellen: Universität Hohenheim / Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bild: Gemeinfrei CC0, via Pixabay, Depositphotos/romariolen,margarita_87 Text:Ronja Kieffer