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Essiggurken selber einlegen
Gurken selbst einlegen

Essiggurken selber einlegen: Gurken wie sie Oma machte

Gurke ist nicht gleich Gurke: Eines der beliebtesten Sommergemüse der Deutschen ist so facettenreich: als Salat oder in Essig, mit Senfkörnern oder süß-sauer, die Gurke macht überall eine gute Figur. Einlegegurken selbst gemacht, wie das geht, zeigen wir Ihnen mit einigen Rezepten. Außerdem: So pflanzen Sie Einlegegurken selbst an und verarbeiten Essiggurken weiter.

Neben Tomaten gehören Gurken wohl zu den beliebtesten Sommergemüse-Sorten überhaupt. Kein Wunder, schmecken sie doch herrlich erfrischend, sind variantenreich zu verarbeiten und äußerst kalorienarm. Gerade jetzt zur Erntezeit herrscht im Garten und auf dem Markt ein überreiches Angebot.

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Während die Schlangengurke zu den Salatgurken gehört, die sich vor allem frisch zubereitet im Salat oder einem warmen Hauptgericht eignet, gibt es auch noch Einlegegurken. Sie sind häufig auch unter dem Namen Essiggurke bekannt, weil Weißweinessig oft eine elementare Zutat beim Einlegen darstellt und ihr ihren typischen säuerlichen Geschmack verleiht.

Woher kommen Essiggurken?

Viele von uns denken bei eingelegten Gurken gleich an den Spreewälder Gurken. Aus dem Spreewald stammt zwar das beliebteste Rezept für saure Gurken, doch das größte bundesweite Anbaugebiet befindet sich in Niederbayern.

Die Geschichte der Gurken geht auf über 3000 Jahre zurück und hat ihren Ursprung in Indien und Ägypten. Im Mittelalter geriet die Einlegegurke vorübergehend in Verruf, erfreute sich jedoch im 17. Jahrhundert einer Renaissance und wird seit jeher in zahlreichen Ländern als pikante Beilage geschätzt. Streng genommen handelt es sich bei der Einlegegurke um eine Gurke, die unreif geerntet wird. Und hätten Sie gedacht, dass sie aus botanischer Perspektive mit dem Kürbis verwandt ist?

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Gurken selbst anbauen und ziehen: Essiggurken selber anpflanzen

Gurken selbst anbauen

Essiggurken selbst anpflanzen ist gar nicht so schwer. Schon Anfang April können Sie die Samen in einem Minigewächshaus oder bei Zimmertemperatur auf der Fensterbank in der Wohnung vorziehen. Ins Freie sollten sie jedoch nicht vor Ende April, da es sonst noch zu kalt sein könnte.

Spätestens beim Umpflanzen ist es wichtig, dass die Bodentemperatur mindestens 10 Grad beträgt und die Beschaffenheit des Bodens sandig, leicht und locker ist. Da Sonne der wichtigste Nährstofflieferant für Essiggurken ist, sind sie im Gewächshaus am besten aufgehoben. Wer im Freien anpflanzt, sollte darauf achten, dass die Pflanze an einem möglichst windgeschützten, sonnigen Ort steht. Pro Quadratmeter dürfen nicht mehr als zwei bis drei Gurkenpflanzen gesetzt werden.

Nach circa 50 Tagen ist aus dem Saatkorn eine erntefähige Gurkenpflanze geworden, die mehrere Früchte trägt. Und das Beste daran: Je häufiger man sie in ihrer Reifezeit in den Sommermonaten erntet, desto höher ist der Ertrag! Etwa alle zwei Tage können Sie neue kleine Einlegegurken ernten.

Die besten Voraussetzungen für 1 A Essiggurken

  • Der beste Zeitpunkt füe die Anzucht von gurken: Wenn es wärmer wird. Oft ist es Anfang April so weit.

  • Die Bodentemperatur sollte immer mindestens 10 Grad betragen.

  • In einem Boden, der sandig, leicht und locker ist, fühlt sich die Gurke besonders wohl.

  • Standort: möglichst sonnig und windgeschützt.

  • Pro Quadratmeter dürfen nicht mehr als zwei bis drei Gurkenpflanzen gesetzt werden.

Sind Essiggurken eigentlich gesund? Aber hallo!

Natürlich ist jedes frische Gemüse gesund. Die Gurke ist aber im rohen Zustand aufgrund ihres enorm hohen Wasseranteils zwar als kalorienarm, nicht jedoch als Vitaminbombe bekannt. Dafür überraschen die Inhaltsstoffe der Essiggurke umso mehr, nachdem sie eingelegt wurde. Denn sauer eingelegte Gurken sind nicht nur eine Delikatesse, sie stärken auch die Darmflora und das Immunsystem.

Essiggurken binden besonders gut freie Radikale in unserem Körper, was zu einem geringeren Krebsrisiko führt. Sie regulieren unsere Verdauung und unterstützen die Entstehung nützlicher Bakterien in unserem Darm. Da Essiggurken dabei helfen, die Giftstoffe aus unserem Körper zu filtern, schützen sie die Leber. Aufgrund ihrer Magensäfte neutralisierenden Funktion beruhigen sie zudem den Magen und auch der Hämoglobinwert im Blut kann durch regelmäßiges Essen von Essiggurken stabilisiert werden.

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Essiggurken Rezepte: Essiggurken selbst einlegen

Essiggurken Rezepte: Essiggurken selbst einlegen

Wir zeigen Ihnen verschiedene Essiggurken Rezepte, wie Sie Gurken auf unterschiedliche Art und Weise ganz einfach in Essig einlegen und haltbar machen können. So profitieren Sie bis zu einem Jahr nach der Ernte der Essiggurken von ihrem Geschmack und ihren Nährstoffen.

Rezept: Pickles in Olivenöl oder auch Gurken in Essig und Öl

Zutaten:  
750 g Einlegegurken 600 g Zwiebeln
500 ml Apfelessig 75 ml Olivenöl
75 g Salz 1 EL Senfkörner
1 EL Dillsamen

Was Sie darüber hinaus benötigen: Sterilisierte Gläser

Zubereitung:

  1. Waschen Sie die Gurken und schneiden Sie sie in 5 mm dicke Scheiben. Schälen Sie die Zwiebeln und schneiden Sie sie in dünne Scheiben.

  2. Geben Sie die Gurken und die Zwiebeln zusammen mit kaltem Wasser und Salz in eine große Glasschüssel und verrühren Sie die Lebensmittel so lange, bis sich das Salz im Wasser vollständig aufgelöst hat.

  3. Beschweren Sie das Gemüse mit einem glasierten Teller, decken Sie alles mit einem sauberen Tuch ab und lassen Sie es über Nacht stehen.

  4. Lassen Sie am nächsten Tag das Gemüse abtropfen und spülen Sie es unter fließendem kaltem Wasser ab.

  5. Drücken Sie mit Ihren sauberen Händen möglichst viel Flüssigkeit heraus und füllen Sie das Gemüse in die noch heißen sterilisierten Gläser.

  6. Vermengen Sie den Apfelessig zusammen mit den Gewürzen und 75 ml Wasser und bringen Sie alles in einem Topf zum Kochen.

  7. Nachdem die Gewürzflüssigkeit fünf Minuten köchelte, können Sie den Topf von der Herdplatte nehmen und etwas abkühlen lassen.

  8. Als nächstes wird das Olivenöl untergemischt.

  9. Füllen Sie nun die Flüssigkeit in die Gläser und stechen Sie mit einem Holzstab in das Gemüse, damit Luftbläschen entweichen können.

  10. Kontrollieren Sie ob wirklich alles von der Flüssigkeit umhüllt ist, bevor Sie die Gläser gut verschließen.

  11. Nach zweiwöchiger Lagerung an einem dunklen Ort können Sie die Pickles genießen!

Salzgurken / Saure Gurken selber machen: Schon Mama und Oma machten es so

Saure Gurken selber machen

Zutaten:  
1 kg kleine Einlegegurken 6 Knoblauchzehen
2 Stängel Dill 4 Chilischoten
3 Lorbeerblätter

Was Sie darüber hinaus benötigen: Ein sterilisiertes 1,5 Liter Glas

Zubereitung:

  1. Geben Sie die Gurken in einen Topf mit kochendem Wasser und blanchieren Sie sie eine Minute lang.

  2. Schichten Sie die Einlegegurken zusammen mit Knoblauch, Dill, Chilischoten und den Lorbeerblättern in das sterilisierte Glas.

  3. Füllen Sie in einen separaten Behälter Wasser und geben Sie pro 500 ml Wasser 1,5 EL Salz hinzu. Verrühren Sie das Salz solange im Wasser, bis es sich aufgelöst hat.

  4. Füllen Sie das Gemüse mit dem Wasser auf und beschweren Sie es mit einem kleinen glasierten Teller oder einem anderen Behälter und decken Sie alles mit einem sauberen Tuch ab.

  5. Stellen Sie den Behälter für ein bis zwei Wochen an einen warmen und luftigen Ort und wundern Sie sich nicht, wenn sich das Wasser während des Gärungsprozesses trübt.

  6. Sobald die Lake wieder klar geworden ist, ist die Gärung abgeschlossen und das Glas kann luftdicht verschlossen werden.

  7. Sie können die Gurken sofort genießen.

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Rezept: Eingelegte Gurken süß-sauer

Zutaten:  
1,2 kg Essiggurken 1 Zwiebel
500 ml Wasser 500 ml Weißweinessig
400 g Rohrohrzucker 4 TL Salz
1 EL Senfsamen 1 TL Pfefferkörner
1 TL Koriandersamen 3 kleine Chilischoten
1 EL frischer Dill

Was Sie darüber hinaus benötigen: Sterilisierte Gläser

Zubereitung:

  1. Schälen und halbieren Sie die Gurken und entfernen Sie mit einem Löffel die Kerne. Schneiden Sie sie in 1 cm dicke Scheiben.

  2. Schälen Sie die Zwiebeln und schneiden Sie sie in feine Ringe.

  3. Kochen Sie Wasser, Essig, Zwiebeln, Salz und alle Gewürze zusammen auf und geben sie erst etwas später die Gurken und den Dill hinzu und kochen Sie alles erneut auf.

  4. Geben Sie die Gurken samt Sud in die sterilisierten Gläser und verschließen Sie die Gläser gut.

  5. Lassen Sie alles mindestens vier Wochen an einem dunklen Ort ziehen, bevor Sie die Gurken genießen können.

Dieses Rezept kann im Herbst übrigens genauso für süß-sauer eingelegten Kürbis verwendet werden.

Senfgurken selbst einmachen

Eine beliebte Variante sind die herzhaft aromatischen, gelben Senfgurken. Diese werden vor der Verarbeitung geschält und das Kernfleisch entfernt. Anschließend werden die in Stücke geschnitten Gurken und mit Zwiebeln, Meerrettich, Salz, Essig, Zucker und Senfkörnern vermengt. Diese Mischung zieht am besten über Nacht, wird anschließend in Einmach- oder Schraubgläser gegeben und für zehn Minuten im Wasserbad eingekocht.

Gurken sind auch als Schmorgurken oder als kalte Gurken-Suppe ein Genuss.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/teresaterra, nightlyviolet, ratmaner, fotoyou, Text: Jasmine Barendt