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Ein paar Tipps für das gesunde Grill-Vergnügen.

Bewusster Grillen

Der Herd bleibt heute aus, denn die Grillsaison hat begonnen. Überall wird Kohle geschichtet, Glut angefacht und Fleisch mariniert. Damit das Outdoor-Essen nicht unnötig gesundheitsgefährdend wird, umweltbewusster und schmackhafter ist, einige Tipps fürs Grillen.

Das sollten Sie unbedingt meiden: Fleisch und Wurst mit Pökelsalz. Aus Kalium- und Natriumnitrit entstehen durch die Hitze krebserregende Nitrosamine. Dieses Risiko zu vermeiden, ist leicht. «Bei abgepackter Ware sind die Pökelsalze gekennzeichnet. Wo nicht der Name steht, da finden Sie die E-Nummern E 249 oder E 250. An der Fleischtheke können Sie nachfragen», erläutert Laura Gross, Ernährungsreferentin der VERBRAUCHER INITIATIVE. Und das ist auch sinnvoll. Denn manche Metzger nutzen immer wieder die Grillsaison, um älteres Fleisch mit Pökelsalz haltbar zu machen. Doch das merkt man nicht nur am salzigen Geschmack, es ist auch durch die unnatürliche rosa Farbe erkenntlich. Diese kommt nach dem Anschneiden des Grill-Steaks zum Vorschein.

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Ein anderes Problem entsteht, wenn Fett oder Fleischsaft in das Grill-Glut des Grills tropfen. «Dabei werden polyzyklische (ringförmige) aromatische Kohlenwasserstoffe frei. Diese sogenannten PAK sind stark krebserregend», so die Diplom-Oecotrophologin. Mit dem typischen Grill-Rauch werden diese giftigen Stoffe von den Umstehenden eingeatmet und schlagen sich auf dem Grillgut nieder. So können Sie unnötige Belastungen verhindern:

  • Wählen Sie leicht durchwachsene Fleischstücke zum Grillen, damit nicht zu viel Fett verbrennt. Völlig fettfreies Fleisch wird schnell trocken.
  • Wenden Sie das Fleisch mit einer Grillzange. Gabeln stechen das Fleisch an und lassen so Fleischsaft in die Glut tropfen.
  • Verwenden Sie auf Holzkohlegrills wiederverwendbare Aluminiumschalen, damit kein Fleischsaft in die Glut tropft.
  • Bestreichen Sie das Fleisch während des Grillens nicht mit Bier oder Öl.
  • Schneiden Sie Verbranntes ab.
  • Wählen Sie am besten einen größeren Grill mit Deckel. Dann haben Sie Platz für das gesündere, indirekte Grillen. Der Deckel hält zudem besser die Temperatur für den Garprozess und das Fleisch bleibt schön saftig.
  • Packen Sie das Grillgut auch mal ein. Gemüse, Fisch oder Käse schmort dann wie im Backofen im eigenen Saft und nimmt Gewürzgeschmack besser auf.

Aprospos Fisch. Wer statt Fleisch gerne auch mal Fisch isst, hat hier die Möglichkeit, sich auch noch umweltfreundlich zu ernähren. Das Marine Stewardship Council-Siegel, kurz MSC-Siegel, kennzeichnet Fisch und Meeresfrüchte aus umweltgerechter Fischerei. Das MSC-Siegel setzt ökologische Standards, die eine nachhaltige und umweltfreundliche Fischerei fördern und damit der Überfischung und der Zerstörung mariner Ökosysteme durch umweltschädliche Fischereimethoden entgegenwirken.

Mehr Infos zum MSC-Siegel finden Sie in u.a. unserem Einkaufsratgeber «Fisch & Meeresfrüchte mit MSC-Siegel» oder im «Einkaufsratgeber für nachhaltigen Fischkonsum»


Einfach Lecker: Saftiges Gemüse vom Grill.

Einfach Lecker: Saftiges Gemüse vom Grill.

Abwechslungs- und vitaminreich sowie kalorienarm grillt, wer Gemüse auf den Rost legt. Mit Kräutern und etwas Öl mariniert, oder einfach pur und - Zucchini, Auberginen, Champignons, Kartoffeln, Paprika oder kleine Tomaten eignen sich sehr gut zum Grillen. Leicht lässt sich aus ihnen ein schöner Gemüse-Spieß stecken, der saftig ist und auch noch hervorragend schmeckt. «Auch fester Schafskäse ist, da er nicht schmilzt, ein guter ‚Spießgeselle‘», schlägt Laura Gross vor. Toll schmeckt auch ein Ziegenfrischkäse vom Grill. Ein paar frische Kräuter wie (Zitronen-) Thymian und Rosmarin – idealerweise aus dem Anbau in der eigenen Kräuter-Spirale - und etwas Olivenöl darüber, fertig. In eine feuerfeste, verschließbare Form gegeben, nur in Ausnahmefällen Alu-Folie verwenden, ist der Käse lecker zu Fleisch, auf Brot oder zu Gemüse. Und ein Nachtisch aus gegrillten Äpfeln, Birnen oder Bananen ist ein runder Abschluss für jede Grillparty.

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Thema Grillkohle

Grillkohle ist nicht gleich Grillkohle. Der erfahrene Grillmeister weiß das. Auch gibt es die länger glühenden Holzkohlebrikettes. In Verruf gekommen sind einige von Ökotest überprüfte Produkte, die billige Braunkohle enthalten und meistens nur «Grillbrikett» genannt werden. Zudem gibt es kaum deutsche Hersteller, denn die Kohle oder Briketts haben meistens ihren Ursprung in tropischen Ländern. Daher sollte unbedingt auf das FSC-Siegel geachtet werden. Die Firma Pro Fagus, Produzent von der Sommer Hit, sei einer der wenigen, die Grillkohle garantiert nachhaltig in Deutschland produzieren.

Tipps für den umweltfreundlichen Einkauf

  • Kaufen Sie regional vielleicht auf dem Biobauernhof, im Bio- oder Naturkostladen. Das schont Ressourcen, ist umweltfreundlich und die Produkte sind garantiert frisch.
  • Greifen Sie bei Produkten zu Alternativen aus ökologischem Anbau. Denn neben der Umwelt leiden auch oft die Menschen besonders in fernen Anbauregionen unter dem teils intensiven Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.
  • Löschen Sie Ihren Durst umweltfreundlich, indem Sie Mehrweg-Flaschen kaufen. Erkennbar sind Mehrweg-Flaschen am Blauen Engel oder an der Aufschrift «Mehrweg». Davon profitiert auch die Umwelt: Denn eine Mehrwegflasche aus Glas kann bis zu 50 Mal gefüllt werden und Rohstoffe werden geschont. Ein Kasten mit 20 Mehrwegflaschen ersetzt so 1.000 Einwegflaschen.
  • Sparen Sie sich die Kosten gekaufter Wasserflaschen, das Tragen von schweren Getränkekisten, deren Lagerung und Entsorgung ebenso wie die ressourcenintensive Herstellung von Verpackungsmaterial, die Entsorgung von Einwegbehältern und die wasser- und energieaufwendige Reinigung von Mehrweg-Flaschen und nutzen Sie Wasserbereiter. Unser Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist von guter Qualität. Hier gibt es sogar umweltfreundliche Modelle, die mit dem Umweltzeichen «Blauer Engel» gekennzeichnet sind.

Quelle: Die Verbraucherinitiative e.V., Text: Jürgen Rösemeier