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Die WHO warnt vor zu viel Zucker.
Zucker ist überall

Zu viel Zucker: So krank macht er uns wirklich!

WHO warnt vor zuckerhaltigen Lebensmitteln. Prognose für nächste Generation: Eltern überleben Kinder aufgrund steigender Erkrankungen durch Industriezucker. Zucker lässt Hirn schrumpfen und Haut schneller altern. Gesüßte Lebensmittel fördern Fettleibigkeit.

Verführerisch "blinzeln" sie uns aus endlosen Regalreihen an... Süßigkeiten. Schokolade, Gummibärchen, Kuchen und Pralinen sind aber nur ein kleiner Ausschnitt der Lebensmittel, die viel Zucker enthalten.

Zucker, Zucker, Zucker: Wir sind umgeben davon 

Neben Cerealien und Joghurtdrinks gesellen sich Fertiggerichte, Spezialessig oder Instant Eiskaffee mit bis zu 80 Würfelzucker pro Dose. Manchmal taucht er auch versteckt unter anderen Namen auf: Fruktose, Dextrose, Maltose oder Glukose sind am Ende nämlich auch nichts anderes als Zucker. 

Der Körper braucht zwar Zucker als Energielieferant für Muskeln und Gehirn, allerdings benötigt ein Erwachsener maximal 25g davon, in Zuckerwürfel umgerechnet ca. 8 Stück. Unseren täglichen Zuckerbedarf kann der Körper in der Regel aus Früchten, Reis, Gemüse und Getreide gewinnen ohne zusätzliche Aufnahme von reinem Kristallzucker. Tatsächlich nehmen wir aber laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Durchschnitt täglich 34 Stück Würfelzucker zu uns. Diese Zahl liest sich nicht nur erschreckend, sondern sollte schnellstens zum Umdenken zugunsten einer natürlichen, vollwertigen Ernährung anregen, sobald man die Gefahren kennt, die mit zu hohem Zuckerkonsum einhergehen.

Es ist fast unmöglich, der WHO-Empfehlung von höchstens sechs Teelöffeln Zucker pro Tag nachzukommen, denn Zucker steckt nicht nur in offensichtlichen Süßigkeiten, sondern auch in Fertigsoßen oder Ketchup und in etlichen weiteren Lebensmitteln. Zugegeben: Es ist nicht leicht, der süßen Versuchung zu widerstehen. Doch selbst, wer im Alltag durch bewussten Verzicht auf Süßigkeiten glaubt, seinem Körper weniger Zucker auszuliefern, dem kann es ganz schnell passieren, dass er in eine der gemeinen Zucker-Fallen tappt.

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Zu viel Zucker verursacht Diabetes

Im schlimmsten Fall kann der Körper den Zucker nicht mehr aufnehmen und wird insulinresistent.

Was passiert in meinem Körper? Zucker verwandelt sich zu Fett.

Der Organismus schleust mit dem Hormon Insulin den aufgenommen Zucker direkt aus der Blutbahn in unsere Zellen, wo er umgehend in Fett umgewandelt wird. Zu viel Süßes unterstützt somit über Jahre hinweg den Weg zur Fettleibigkeit. Da reiner Zucker keinen essentiellen Nährwert für uns darstellt, macht er auch nicht satt, sondern suggeriert weiterhin ein Hungergefühl. Parallel dazu kann der Körper durch die anhaltende Aufnahme von zu viel Zucker insulinresistent werden, was letztlich zu Diabetes Typ2 führt. Zudem kann die Leber den Überschuss an Zucker auf Dauer nicht mehr korrekt verarbeiten. Die Leber wird geschädigt, kann Giftstoffe nicht mehr richtig abtransportieren und es kann im schlimmsten Fall eine "nicht-alkoholische" Fettleber entstehen. Zucker allein macht nicht dick und krank. Es wird jedoch empfohlen vermehrt auf die mittlerweile 60, zum Teil versteckten, Zuckerarten in Lebensmitteln zu achten und einen Tee auch mal wieder ungesüßt mit seinem Urgeschmack zu genießen.

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Zucker? Ja bitte, aber nicht zu viel

Unser Körper braucht Zucker um Muskeln, Nerven und Gehirn zu ernähren. Bei einem durchschnittlich Erwachsenen reichen laut WHO allerdings 25g Zucker, das sind ca. 6 Teelöffel, für den täglichen Bedarf völlig aus. Zu viel an Zucker kann entsprechend verschiedener Studien den Körper schneller altern lassen.

Welche Krankheiten verursacht Zucker

Unabhängig von unzähligen Erkrankungen wie Depressionen, Alzheimer oder Arthrose im Zusammenhang mit Zucker, degeneriert unser Gehirn auch schneller. Nachweislich verkümmert das Langzeitgedächtnis, Demenz tritt häufiger auf, die Lernfähigkeit lässt nach und wird bereits bei Kindern behindert. Dies konnte sogar nach direkter Aufnahme von erhöhter Zuckeraufnahme beobachtet werden. Zucker in erhöhtem Maß beschleunigt somit den Alterungsprozess und schränkt unsere intellektuelle Leistungsfähigkeit ein.

Zu viel Zucker: Welche Krankheiten verursacht Zucker?

Unser Körper braucht Zucker, aber nicht zu viel.

Schlechte Haut durch zu viel Zucker

Süßes schlägt sich auch auf unser Hautbild nieder. Das körpereigene Gefäßsystem "verzuckert" und es kommt zu einer vorzeitigen Zellalterung. Dies führt auch dazu, dass die Haut schneller faltig wird, und fahl aussieht. Das Erscheinungsbild wirkt früher alt. Auch konnte eine Zusammenhang nachgewiesen werden, dass sich ein hoher Blutzuckerspiegel  ungünstig auf Akne und unreine Haut auswirkt.

Zucker macht süchtig: Was man gegen Zuckersucht tun kann!

Zucker birgt leider auch ein sehr hohes Suchtpotential. Eine Reduzierung wie auch der komplette Verzicht auf Industriezucker führt mehr oder weniger zu Entzugserscheinungen, die sich in anfänglichen Kopfschmerzen, Kraftlosigkeit, Müdigkeit oder extremen Verlangen nach Süßem äußern. Zuckerverzicht sollte an einen individuellen Schwierigkeitsgrad angepasst werden, um die Entzugserscheinungen mit wenig Mühe zu überstehen. Eine ausgewogene Ernährung ist in dieser Zeit besonders wichtig. Gemüse, gesunde Fette und Proteine sollten in Einklang miteinander stehen und vor allem sollten keine Mahlzeiten ausgelassen werden. Dies fördert nur Heißhunger. Es ist wichtig den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Gegen die Kopfschmerzen hilft viel trinken, sprich Wasser. Auf gesüßte Getränke sollte verzichtet werden. Ebenfalls auf zu viel Obst, da viel Fructose enthalten ist sowie auf kohlenhydratreiche Kost. Unnachgiebiges Verlangen nach Süßem kann mit frischen Beeren oder ein paar ungeschwefelten Trockenfrüchten gestillt werden. Aufkommende bekämpft man am besten mit sportlichen Aktivitäten.

Frische Beeren statt Industriezucker.

Packt Sie doch der Heißhunger, können frische Beeren die Attacke stillen.

Fettleibigkeit: Gefahr schon in jungen Jahren

Rund 15% der untersuchten Kinder und Jugendliche sind übergewichtig, 6,3% sogar adipös. Bei den Erwachsenen sieht es noch schlimmer aus. Eine Langzeitstudie des Robert-Koch-Institutes zeigt nun die Gründe auf.

Übergewicht und Adipositas hat in den letzten Jahren weltweit kontinuierlich zugenommen. Laut einer Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, durchgeführt vom Robert-Koch-Institut, sind heute

  • rund 15 % der untersuchten Kinder und Jugendlichen übergewichtig und
  • 6,3 % adipös.

Unter den Erwachsenen sind

  • 67,1 % der Männer und
  • 53 % der Frauen übergewichtig (BMI > 25) und
  • 23,3 % der Männer und
  • 23,9 % der Frauen adipös (BMI > 30).

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Dänische Langzeitstudie: Gefahr bei Adipositas in jungen Jahren

Übergewicht bei Kindern ist äußerst gefährlich. Eine gesunde Ernährung kann im Kindesalter noch gut trainiert werden. © Big Cheese Photo (thinkstock.de)

Übergewicht bei Kindern ist äußerst gefährlich. Eine gesunde Ernährung kann im Kindesalter noch gut trainiert werden. © Big Cheese Photo (thinkstock.de)

Erwachsene, die bereits in jungen Jahren fettleibig sind, leiden später mit hoher Wahrscheinlichkeit an kardiovaskulären oder metabolischen Erkrankungen, so eine aktuelle dänische Kohortenstudie.

Das Forscherteam der Universität Aarhus untersuchte den Lebenswandel von 6502 Männern vom 22. bis zum 55. Lebensjahr. Bei der ersten Untersuchung waren 10% der jungen Männer übergewichtig und 1,5 % adipös. Bei fast 50% der Fettleibigen kam es in den folgenden 33 Jahren zu einer kardiometabolischen Erkrankung oder sogar zum vorzeitigen Tod. Unter den Normalgewichtigen betrug diese Rate nur 20 %.

Auch diese Studie kommt zu dem Fazit, dass Adipositas in jungen Jahren mit einem noch höheren Gesundheitsrisiko einhergeht als späteres Übergewicht und dass fettleibige Kinder von einer Gewichtsabnahme vor dem Erwachsenwerden stark profitieren würden.

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Quelle: medicalpress.de, Bild: Depositphotos/RVAS, ratmaner, robynmac, slphotography, Text: Christina Jung, Tine Esser