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Audi Urban Future Wettbewerb: Spektakuläre Architektur für urbane Mobilität der Zukunft
Nachhaltige Mobilität

Nachhaltige Mobilität: Eine Zukunft ohne Ampeln, Staus und Abgase

Audi Urban Future-Wettbewerb: Architekten sollten neue Konzepte für eine nachhaltige Mobilität in den Megacities der Zukunft entwerfen. Denn schon bald werden 70 Prozent der Erdbevölkerung in Millionenstädten wohnen, in denen der heute noch dominierende Individualverkehr zum Kollaps führen könnte. Der Gewinnerentwurf: der spektakuläre Super-Highway. Nicht unwahrscheinlich, dass diese Ideen in einer zukünftigen Stadtentwicklung Einzug halten.

Der Super-Highway der Bostoner Architekten Höweler + Yoon interpretiert die heute bekannten Formen der Mobilität völlig neu und ließen sich hierbei vom Internet inspirieren. Geht es nach den Architekten, so wird sich die Mobilität nachhaltig ändern und ein Ende der heute üblichen Verkehrswege ist in Aussicht. Denn wie im Internet die Datenströme, fließt hier der Verkehr. Bis vor die eigene Haustür. Keine Ampeln oder Straßenkreuzungen, keine verstopften Straßen oder Verkehrswege für unterschiedliche Fahrzeuge. Alles bleibt im Fluss.

  • Boswash wird die Region an Amerikas Ostküste genannt, die schon bald ein Megacity mit 53 Millionen EInwohnern ist. Ein Konzept könnte die nachhaltige Lösung für die urbane Mobilität der Zukunft sein. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • Alles läuft zusammen. So wie der Datenfluss im Internet, geht es um die Gewinner des Urban Mobility Wettbewerbs, Höweler + Yoon Architekten. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • Einer Röhre gleich, die an den wichtigsten Punkten den Verkehr verteilt, wird der Verkehr zusammengeführt. Züge, PKW, LKW, Radfahrer oder Fußgänger. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • An die neue Verkehrsführung können, geht es nach den Architekten, sogar Wohnhäuser "angedockt" werden, bleibt man bei der Internetterminologie. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • Keine Hindernisse für einen stetigen Fluss... Und Freiflächen werden zur nachhaltigen Landwirtschaft, inmitten der Megacities der Zukunft. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • Nicht minder revolutionär ist der Straßenbelag, der, je nach Wunsch Fahrbahn, Solarzelle oder Grünanlage ist. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • Da heißt es: Die Städte werden grün. Aber anders, als erwartet. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • So sieht für die Architekten von Höweler + Yoon der 'Tripanel' genannte Bodenbelag der Zukunft im Querschnitt aus... Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • Auch das ist innovativ: Ab in den Tunnel heißt es in den Vororten. Kein Verkehr, der in Zukunft die Vorstadtruhe stört. Das hat viele Vorteile, von der sicheren Spielstraße bis zu reinen Luft. Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture
  • Und der Weg ist an der nächsten 'Docking-Station' für das Teilauto zu Ende. Schöne neue Welt und nachhaltige, urbane Mobilität der Zukunft? Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture

Neuer gesellschaftlicher Konsens in den Megacities der Zukunft

Das amerikanische Architekturbüro Höweler + Yoon Architekten gewann den Architekturpreis des Autoherstellers Audi für seinen Konzeptvorschlag einer modernen Urbanisierung in der Metropolregion Boston/Washington, „Boswash“ genannt. Boswash verbindet eine ganze Region zwischen Boston und Washington, die bis 2030 zur Megacity mit 53 Millionen Menschen zusamenwachsen könnte. Mit dem vorgelegten, städtebaulich und architektonisch anspruchsvollen Konzept, „Shareway“ genannt (engl. geteilte oder gemeinsame Straße), revolutionieren die US-Architekten das Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnung.

Der „New American Dream“ des Bostoner Büros baut auf einem neuen gesellschaftlichen Konsens auf: Die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt, Teilen wird wichtiger als Besitz. Ein entscheidender Bestandteil des Konzepts ist die Neuorganisation und Bündelung sämtlicher Verkehrsträger zu einer hoch-technisierten, optimierten und stetig fließenden Mobilitäts-Hauptschlagader. Die Kernidee ist es, die heute noch übliche Mischung aus individuellem und öffentlichem Verkehr durch eine neuartige Mobilitätsplattform zu verschmelzen und eine reibungslose Mobilität in einer Metropolregion mit in Zukunft 53 Millionen Einwohnern zu gewährleisten.

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2012, Audi Urban Future-Wettbewerb. Architekten sollten neue Konzepte für eine nachhaltige Mobilität in den Megacities der Zukunft entwerfen. Denn schon bald werden 70 Prozent der Erdbevölkerung in Millionenstädten wohnen, in denen der heute noch dominierende Individualverkehr zum Kollaps führen könnte. Der Gewinnerentwurf: der spektakuläre Super-Highway.

Inspiriert wurde der Entwurf für die zukünftige urbane Mobilität vom Internet, dessen Datenströme hier physisch werden. Wie die Informationen im Netz fließt hier der Verkehr. Bis vor die eigene Haustür. (c) Bild: Courtesy of Höweler +Yoon Architecture

Schließlich erhalten vorhandene Straßen einen völlig neuartigen Belag, das „Tripanel“. Dieser Belag aus dreieckigen Elementen ersetzt die sonst schützende Bordsteinkante, Seitenstreifen oder Gehwege und kann wahlweise, einfach durch Drehung entweder in einen Straßenbelag selbst, begehbare Solarpaneele oder in eine Rasenfläche umgewandelt werden (siehe Grafik in der Bildergalerie).

Das Verkehrskonszept kombiniert die vorhandene Infrastruktur mit intelligenten Verkehrsströmen und Netzwerken. Ein ganzheitlich gesteuertes Verkehrssystem dem Internet gleich ist das Ergebnis des Konzeptes für eine nachhaltige Mobilität im Jahre 2030. Audi zu dem Konzept: „Der nahtlose Übergang zwischen verschiedenen Verkehrsträgern – intermodale Mobilität genannt – ist Grundlage für nachhaltige Mobilität.“

Mehr als nur ein Verkehrskonzept: Leben in der Zukunftsstadt

Das sogenannte „Bundle“, also als Bündelung verstandene Konzept, zieht sich durch die Region von Boston nach Washington und verbindet Vororte und Städte effizient zu einem urbanen Raum mit potenziell mehr als 53 Millionen Einwohnern miteinander. So gibt es neben dem „Shareway“ des Architektenentwurfes für die neue urbane Mobilität „Sharestay“-Häuser und Gebäudekomplexe, in denen man auf Zeit und nicht das ganze Leben wohnt. Die „Share Farm“ entsteht auf Freiflächen als eine Art Versorgungszentrale mit Lebensmitteln frisch aus der Nachbarschaft und, angesichts immer teurer werdenden Wohnraums, wird das „Teilauto“ ein weiterer Baustein der zukünftigen, urbanen Mobilität. So können Fahrzeuge an völlig neuartigen Bahnstationen geteilt werden und werden maximal zur Fortbewegung vom Shareway nach Hause benötigt. Zumal, geht es nach Höweler & Yoon, kann man sich jeder Metropolis-Bewohner die Kosten für ein individuelles Fahrzeug mit diesem neuen Verkehrskonzept und damit die Kosten hierfür sparen. Stattdessen das Geld für den eigenen Wohnraum investieren.

 „Der Siegerentwurf dient als visionäres Lastenheft für die Städte der Zukunft. Dieses City-Dossier wird eine konkrete Anleitung, wie man eine Metropolregion planen oder umgestalten kann, um der Verdichtung zu begegnen“, sagt Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG.

Quellen: Höweler & Yoon, Audi AG, Text: Jürgen Rösemeier