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Glückliche Kühe
Tierwohl

So geht Tierwohl bei Naturland

100 Prozent Gleichberechtigung, viel Platz, gesundes Futter und die Möglichkeit für artgerechtes Verhalten – das ist die Devise vom Bio-Verband Naturland beim Thema Tierwohl. Hier werden Bruderhähne genauso wie die Legehennen artgerecht und ökologisch aufgezogen, die Schweine dürfen ihre Ringelschwänze behalten und die Rinder dürfen auf die Weide. Doch das ist längst nicht alles.

Wenn man beim Einkaufen tierische Produkte wie Eier, Milch und Fleisch in den Einkaufswagen legt, weiß man in der Regel nicht, unter welchen Bedingungen die Tiere leben oder gelebt haben, deren Produkte man gerade konsumiert. Denn wann hat man schon einmal die Möglichkeit, einen Stall zu besuchen? Mit dem Kooperationsprojekt  „Rundum Öko – Einblicke in die artgerechte Tierhaltung“ möchte der Bio-Verband Naturland das ändern. Bei einem interaktiven 360°-Rundgang kann man sich mit Unterstützung von Virtual Reality Technik auf verschiedenen Naturland Betrieben umschauen und erlebt so fast hautnah, wie artgerechte Tierhaltung im Öko-Landbau funktioniert.

Auf Naturland Betrieben nimmt das Tierwohl einen sehr hohen Stellenwert ein und Naturland Bauern machen sich viel Mühe, ihren Tieren eine möglichst artgerechte Lebensweise zu ermöglichen. Das Mehr an Tierwohl gibt es aber nicht zum Nulltarif. Die höheren Standards im Öko-Landbau spiegeln sich in den höheren Preisen für Bio-Produkte wider. Daher entscheidet man sich mit dem Einkauf von Bio-Lebensmitteln auch für eine artgerechte Haltung von Nutztieren.

Verantwortung für Mensch, Tier und Natur

Eigentlich ist es doch selbstverständlich: Der Mensch begegnet seinen Mitgeschöpfen mit Respekt. Gerade weil er mit und von ihnen lebt. Für Öko-Betriebe, die dem Naturland Verband angehören, gibt es eine extra Tierwohlkontrolle. Diese hilft dabei, die gute Tierhaltung weiter zu stärken und mögliche Schwachstellen zu optimieren. Mit den hohen Ansprüchen an die Tierhaltung verfolgt Naturland ein ganzheitliches Ziel: Es geht um die Gesundheit und das Wohl der Tiere, um den Schutz von Umwelt und Natur – und um die Qualität unserer Lebensmittel.

Tierwohl nach Tierart: Viel Platz für Bio-Hühner - drinnen wie draußen

Fabian Häde

Fabian Häde, Foto: © Christoph Hassmann

Bio-Legehennen haben bei Naturland sowohl im Stall wie auch im Auslauf viel Platz: maximal sechs Hennen auf einem Quadratmeter indoor plus 4 Quadratmeter pro Henne im Auslauf. Auch die Platzvorgaben bei Legenest, Sitzstange und Futtertrog sind sehr streng geregelt. Mehr Platz bedeutet auch weniger Stress und Verletzungsgefahr für die Tiere. Daher sind sonst übliche Eingriffe wie Schnäbel kürzen bei Naturland verboten. Der Auslauf bietet ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre arteigenen Bedürfnisse ausleben zu können: Im Boden nach Würmern scharren, nach Körnern picken, das Gefieder durch ein Sandbad reinigen, mit den Flügeln schlagen – das sind nur einige der Dinge, die Hühner gerne tun. Beim Thema Bruderküken sind Naturland Landwirt:innen wie Fabian Häde Vorreiter, die sich bereits im vergangenen Jahr verpflichteten, die männlichen Nachkommen mitaufzuziehen.

Hühner-Wohl in Kürze:

  • Bio-Hühner haben viel Platz im Stall
  • Nur Bio-Futter
  • Auslauf ist Pflicht
  • Kein prophylaktischer Antibiotikaeinsatz
  • Förderung vom „Zweinutzungshuhn“

Von wegen „dreckig wie die Sau“

Christian und Rebekka May

Christian und Rebekka May, Foto: © Büro Schramm

Auf Naturland Betrieben können Schweine ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Wühlen, Suhlen und entgegen vieler Redewendungen auch ihrem ausgeprägten Sauberkeitsempfinden folgen. Schweine brauchen viel Bewegungsraum. Die Ställe in Öko-Betrieben bieten Schweinen Auslauf. Denn Schweine wollen gerne auch mal einen Regenschauer abbekommen oder sich sonnen. Der zusätzliche Platz führt dazu, dass die Schweine Schlafplatz und Toilette voneinander trennen können. Anders als von vielen angenommen, sind Schweine sehr auf Sauberkeit bedacht. Außerdem dürfen Bio-Schweine ihren Ringelschwanz behalten. Mehr Platz, Einstreu und Beschäftigungsmaterial, eine artgerechte Fütterung und eine mindestens 40-tägige Säugezeit der Ferkel führen dazu, dass den Tieren das gegenseitige Schwanzbeißen eher selten in den Sinn kommt. Ein richtiges Schweine-Paradies erleben die Tiere bei Christian May, der auf seinem Naturland Hof in der Schweinemast und -zucht neue Maßstäbe gesetzt hat.

Schweine-Wohl in Kürze:

  • Mehr Platz pro Bio-Schwein
  • Auslauf und/oder Freiland sind artgerecht - wühlen wird ermöglicht
  • Schwänze und Eckzähne bleiben dran
  • Raufutter und Stroh sind ein Muss bei Bio-Schweinen

Weiches Bettchen und Massagebürste – so klingt Wellness für Rinder

Domäne Homburger Hof

Foto: © Domäne Homburger Hof

Bei Naturland gilt: Kühe ab auf die Weide, wann immer es geht. Denn die Weide ist die gesündeste und natürlichste Art, Kühe zu halten. Kühe sind Experten, wenn es darum geht, Energie aus Gras zu gewinnen. Durch das Wiederkäuen können Sie die Nährstoffe aus dem Gras optimal verwerten. Auch ein Kuh-Wellnessprogramm gibt es auf vielen Naturland Betrieben: Kuhbürsten. Sie erhöhen den Komfort der Tiere und stillen ihr Bedürfnis nach Fellpflege. Eine Kuh mit gepflegtem Fell und gesunder Haut kann jedem Wetter trotzen. Gleichzeitig werden die Kühe dabei massiert. Und bei Naturland gilt auch: ein Liegeplatz pro Kuh im Stall. Denn mehr als die Hälfte des Tages verbringen Kühe im Liegen. Eine weiche Einstreu und der nötige Platz werden dem Bedürfnis der Tiere gerecht. Doch sowohl  beim Thema Platz wie auch beim Erhalt vor dem Aussterben bedrohter Arten können Naturland Landwirte wie Christoph Weber im Bereich Tierwohl Standards setzen.

Rinder-Wohl in Kürze:

  • Viel Platz für Öko-Kühe
  • Auslauf ins Freie und Weidegang wann immer möglich
  • Jede Kuh hat eine Liegefläche
  • Berücksichtigung der Grundbedürfnisse der Tiere
  • Artgerechtes Bio-Futter aus viel Gras und Heu für mehr Tiergesundheit

Weitere Informationen zum Thema Tierwohl bei Naturland finden Sie auf www.naturland.de.

Quelle: Naturland, Titelbild: Molkerei Berchtesgadener Land, Text: red