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Kondom Verhütung
Sex und Nachhaltigkeit

So verhütest du umweltbewusst

Der nachhaltigste Sex ist wohl der, der komplett ohne Verhütungsmittel stattfindet. Allerdings machen es Geschlechtskrankheiten und mögliche ungewollte Schwangerschaften natürlich notwendig, dass wir richtig verhüten. Oft passiert das aber weniger nachhaltig. Viele Kondome, Pillen und deren Verpackungen sind meist alles andere als verträglich für die Umwelt und entstehen unter schlechten Arbeitsbedingungen. Aber auch andere Verhütungsmethoden haben hier ihre Schwächen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass es sie gibt, die nachhaltigen Verhütungsmittel. Du musst nur wissen, wo und wie du sie finden kannst.

Die richtigen Kondome

Kondome produzieren zwar auf den ersten Blick Müll, allerdings sind sie die einzigen Verhütungsmittel, die vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Vor allem wenn du mit wechselnden Partnern schläfst, solltest du auf gar keinen Fall auf Kondome verzichten. Sie können dich schützen und dir unter Umständen dein Leben retten.

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Um dennoch mit dieser Verhütungsmethode nachhaltig zu sein, solltest du beim Kauf vor allem darauf achten, welche Art der Kondome du kaufst. Achte darauf, dass die Gummis aus ökologisch und sozial nachhaltigem Anbau von Naturkautschuklatex stammen, wie etwa Ritex PRO NATURE Kondome. Außerdem sollte die Verpackung ebenfalls aus umweltfreundlichen Materialien bestehen.

Ritex Kondome

Bild: Ritex

Damit ist zwar kein Zero Waste Sex möglich, also ohne Müll zu produzieren, aber wenn du die richtigen Kondome kaufst, kannst du der Umwelt zumindest weniger schaden. So kannst du komplett ohne schlechtes Gewissen deinen Spaß im Bett haben und bist gleichzeitig noch vor sexuell übertragbaren Krankheiten geschützt.

TIPP: Entsorgen solltest Du gebrauchte Kondome über den Restmüll, das Siegelbriefchen gehört in die gelbe Tonne und wenn die Packung alle ist, dann schmeiß diese zusammen mit dem Beipackzettel bitte in den Papierkorb. So stellst Du sicher, dass ein Teil über Recycling in den Kreislauf zurück gelangen kann.

Diaphragma

Diaphragma Verhütungsmittel

Hier steht der Aspekt der Wiederverwendbarkeit im Vordergrund. Das ist beispielsweise bei Kondomen nicht der Fall, weil sie ja nur einmal verwendet werden können und sollten. Das Diaphragma kann mehrfach verwendet werden, was es bereits sehr nachhaltig macht. Auch wenn das Material und die Verpackung nicht unbedingt immer so umweltfreundlich sind.

Das Diaphragma schützt nur vor einer ungewollten Schwangerschaft und kann keine Geschlechtskrankheiten verhindern. Es hält die Spermien nach dem Einsetzen davon ab, an die Eizelle zu gelangen.

Dabei solltest du aber beachten, das Diaphragma mit dem passenden Verhütungsgel zu nutzen. Das kann jedoch für zusätzlichen Müll sorgen, wenn du den spermienhemmenden Stoff nicht verpackungsarm speziell in der Apotheke anrühren lässt.

Ein weiterer Vorteil dieser Verhütungsmethode ist, dass sie komplett ohne Hormone auskommt. So kannst du auf natürliche Weise verhüten ohne deinen Körper mit zugesetzten Stoffen unter Druck zu setzen.

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Kupferspirale, -Ball oder -Kette

Ebenfalls ohne Hormone kommen die Verhütungsmittel aus Kupfer aus. Das Metall sorgt dafür, dass die Spermien weniger beweglich sind. Außerdem wird der Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter durch Kupfer eingeschränkt. Entweder kommt es dadurch zu keiner Befruchtung, weil die Spermien es nicht bis zum Ei schaffen oder das befruchtete Ei findet keinen geeigneten Platz zum Einnisten in der Gebärmutterschleimhaut.

Um mit Kupfer zu verhüten, hast du gleich drei Möglichkeiten. Sowohl die Kupferspirale als auch der Kupferball oder die -Kette werden in die Gebärmutter eingesetzt. In der Regel können sie für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren getragen werden. Die Metallverhütungsmittel können laut dem Pearl-Index als sicheres Verhütungsmittel angesehen werden.

Allerdings bist du hier nur gegen eine Schwangerschaft und nicht gegen Krankheiten geschützt. Ein weiterer Nachteil: Du trägst mehrere Jahre einen Fremdkörper in dir herum. Wenn er nicht richtig sitzt, kann das unter Umständen zu Schmerzen führen.

Analyse des Zyklus

Komplett nachhaltig, weil ohne Müll verfährst du mit dieser Verhütungsmethode. Allerdings gilt sie bei manchen Frauen als nicht sicher. Hier muss jede individuell für sich entscheiden, ob es die geeignete Art der Verhütung für sie ist. Damit sie wirklich funktioniert brauchst du erst einmal Zeit.

Du musst ein Jahr beobachten, wie sich dein Zyklus genau verhält. Wann beginnt deine Menstruation? Wann ist sie zu Ende? Führst du hier etwa ein Jahr lang Buch, wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein Muster erkennen lassen.

So kannst du ableiten, wann deine nächste Periode anstehen sollte und wann du deine fruchtbaren Tage hast. Die liegen ungefähr 14 Tage vor deiner Menstruation. In dieser Zeit solltest du es vermeiden, Geschlechtsverkehr mit Penetration zu haben. Alternativ kannst du dann aber auch einfach ein Kondom oder ein Diaphragma benutzen.

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Temperaturmethode

Temperaturmethode

Deutlich sicherer ist die Temperaturmethode. Dazu brauchst du ebenfalls einen Kalender und ein Fieberthermometer. Dabei dokumentierst du die Anzeichen deiner Fruchtbarkeit und interpretierst sie. Du misst deine Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen und untersuchst die Qualität deines Zervixschleims. So kannst du ebenfalls herausfinden, wann deine fruchtbaren Tage sind und dann auf Sex verzichten oder auf eine andere Art verhüten.

Zugegeben diese Art der Verhütung erfordert etwas Übung und Kenntnis deines Körpers. Wenn du das jedoch meisterst, ist diese Methode laut dem Pearl Index eine wirklich sichere.

Sterilisation

Sollte deine Familienplanung abgeschlossen sein oder wenn du ohnehin keinen Kinderwunsch hast, könnte eine Sterilisation für dich in Frage kommen. Allerdings solltest du dir dabei wirklich sicher sein, denn der Eingriff ist nicht mehr reversibel. Zudem ist es ein Eingriff in deinen Körper, der unter anderem mit einer Narkose und entsprechenden Risiken verbunden ist. Lass dich hier unbedingt von deinem Arzt beraten.

Eine weitere Möglichkeit in diesem Zusammenhang ist die Vasektomie beim Mann. Anders als bei der Sterilisation bei der Frau, kann dieser Eingriff wieder rückgängig gemacht werden. Verhütung muss also nicht unbedingt nur Frauensache sein.

Alles in Allem ist es jedoch eine Entscheidung, die jeder von euch für sich und ihr auch dennoch gemeinsam treffen müsst.

Quellen: Bilder: Depositphotos/VitalikRadko, AndreyPopov, serezniy, Text: red