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Brokkoli, Kohl und Winter-Gemüse essen, denn es ist gesund.

Fitmacher Winter-Gemüse: Kohl und Co. sind wahre Energiespender

Der menschliche Körper leidet während der kalten und nassen Jahreszeit. Das liegt an mangelnder Bewegung, zu wenig Sonnenlicht und der falschen Ernährung. Regional angebautes vitaminreiches Herbst- und Wintergemüse ist jetzt genau richtig, um wieder fit zu werden und ein paar Pfunde purzeln zu lassen.

Jetzt will man bei dem nasskaltem Wetter nicht mehr so richtig wach werden. Und es ist noch lange hin zur Erdbeersaison, die Lust auf Vitamine macht. Bis zum Frühling muss jedoch niemand warten, um durch einen Vitaminkick fit zu werden. Auch ist es nicht notwendig, zu meist geschmacksneutralen Treibhaus-Tomaten oder weitgereisten Kiwis zu greifen, die den CO2-Fußabdruck belasten: Broccoli vom lokalen Bauern enthält fast doppelt so viel Vitamin C. Und von den Vitaminen A, C, D, E sowie Mineralien wie Calcium und Eisen braucht der Mensch zu dieser Jahreszeit besonders viel, um nicht von der winterlichen Trägheit direkt in die Frühjahrsmüdigkeit zu rutschen. Ein Gang über den Markt oder in den Hofladen reicht deshalb aus, um den Kühlschrank mit Fitmachern zu füllen und zudem Abwechslung auf den Speiseplan zu bringen. So gelingt es auch, ein paar Pfunde abzunehmen, denn Wintergemüse hat zwar viele Vitalstoffe, aber kaum Kalorien.

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Gesundes Wintergemüse gewinnt immer

Bereits Großmutter wusste intuitiv, was die Schweizerin Caroline Bernet, Dipl. Ernährungsberaterin HF von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE, erklärt: «Kohlgemüse gehört zu den Spitzenreitern, was die Vitamin- und Mineralstoffgehalte angeht. Besonders ins Gewicht fallen die Gehalte an Magnesium, Kalium und Kalzium und die Vitamine C, Folsäure, B1, B2, B6 und Vitamin K.» Auf jedem Markt kann man sich jetzt durchtesten: Blumenkohl, Broccoli, Weißkohl, Grünkohl, Rotkohl, Rosenkohl oder Kohlrabi – es sind nicht nur alle Formen, sondern auch alle Farben und Geschmacksrichtungen vertreten. Was einige von der Zubereitung abhalten mag, sind jedoch die Gerüche. «Viele reagieren nach Kohlgenuss mit Verdauungsproblemen wie Blähungen. Oft wird deshalb Kohlgemüse zur besseren Verträglichkeit mit Kümmel oder Fenchelsamen gewürzt. Bei Blähungen kann auch Fenchel- oder Kamillentee Abhilfe schaffen», sagt Bernet. Und wer den Kohlgeruch in der Küche verhindern will, kann durch einen kleinen Schuss Essig im Kochwasser Abhilfe schaffen. Anderen wiederum ist Rosenkohl zu bitter. Einfach kreuzförmig am unteren Ende einschneiden schafft hierbei Abhilfe. Und ein besonderer Nebeneffekt von grünem Gemüse: Es enthält viel Vitamin K, das nachweislich den Knochenbau stärkt.


Brokkoli, Kohl und andere Winter-Gemüse haben viele Vitamine.

Wintergemüse: Vitamine, Mineralien und Spurenelemente pur.

Alte Gemüsesorten wiederentdecken

Mit Rosenkohl und Kohlrabi zu kochen, ist bei etwas Phantasie recht leicht, auch als Beilage zu Fleisch ist das Kohl-Gemüse ein Dauerbrenner. Doch was tun mit den anderen Gemüsesorten auf dem Markt, deren Aussehen häufig genauso wenig geläufig ist wie ihr Name? Topinambur, Schwarzwurzel, Pastinaken und Zuckerhut beispielsweise? Der knollenförmige, leicht süß schmeckende Topinambur zeichnet sich durch hohen Vitamin A- , C-, Kalzium-, Eisen- und Natriumgehalt aus. Man kann ihn im Salat wie auch gekocht essen. Die stangenförmigen Schwarzwurzeln enthalten wertvolle Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralien. In Bierteig ausgebacken könnten sogar Kinder Fans davon werden. Pastinaken schmecken in allen Zubereitungsformen leicht süßlich, sind als Püree beliebt und so leicht verdaulich, dass sie gar als Babynahrung empfohlen werden. Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Öl gewürzt und in den Backofen gegeben werden Pastinaken ebenfalls zur schmackhaften Beilage. Und Zuckerhut ist wie Chicorée zu verarbeiten. Beide besitzen den Bitterstoff Intybin. Er bringt die Verdauungssäfte zum Fließen, bindet Giftstoffe und transportiert sie aus dem Körper ab. Wer das Bittere nicht mag, kann durch kurzes Blanchieren den Geschmack abmildern.

So entfalten Vitamine ihre Wirkung

Egal, ob die Fitmacher roh oder gekocht verzehrt werden: Damit die Vitamine des Wintergemüse auch tatsächlich im Körper Gutes bewirken können, sollten ein paar einfache Tipps beachtet werden. Neben den wasserlöslichen Vitaminen seien im Wintergemüse oft fettlösliche Vitamine wie A, D, E, K enthalten, sagt Shima Wyss-Yazdani, Mitglied der Mediengruppe des Schweizerischen Verbandes diplomierter ErnährungsberaterInnen SVDE in Sursee. Bei der Zubereitung sollte deshalb nie auf Öl oder Butter verzichtet werden. Und Wyss-Yazdani hat noch einen Tipp: «In jeden Karotten-Saft gehört ein Tropfen Öl.»

Wichtig ist zudem die Lagerung. Obwohl Wintergemüse wie beispielsweise Weißkohl oder Zuckerhut lange frisch bleibt, gilt: Mit jedem Lagertag verliert es wichtige Vitamine. Eine Alternative ist hier das Einfrieren. Das Gemüse schneiden, blanchieren – also kurz in kochendes und dann kaltes Wasser eintauchen –, abtupfen und ab in die Gefriertruhe. Besonders Wirsing, Grünkohl und Kohlrabi bleiben so gesund und lecker.

Text: Yvonne von Hunnius
 

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