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Bioland steht für biologischen Anbau und Nachhaltigkeit.

Bioland-Produkte: Qualität für nachhaltiges Leben

Ökologischer Anbau, biologische Ernährung und nachhaltiger Umgang mit der Umwelt in der Landwirtschaft gehören zu den Grundprinzipien von Bioland e.V. Der vor über 40 Jahren gegründete Verein ist heute der führende ökologische Anbauverband in Deutschland. Nachhaltigleben.de berichtet über die Erfolgsgeschichte und befragte Pressesprecher Gerald Wehde zum Bioboom, zur Nachaltigkeitskultur in Deutschland und welche Ziele Bioland verfolgt.

Eine Vision wird Wirklichkeit. Kurz vor 1951 entwickeln die Bioanbau-Pioniere Dr. Hans-Peter Rusch, Maria und Dr. Hans Müller die organisch-biologische Anbaumethode. Der Beginn einer unaufhaltsamen Erfolgsgeschichte. Aus dem im Jahre 1971 gegründeten «bio gemüse e.V.» entsteht acht Jahre später «Bioland». Wurden in den Anfängen die Bioanhänger eher als Sonderlinge angesehen, gehören sie heute zu einer starken Bevölkerungsgruppe, die ständig wächst. Und keine andere Marke ist so intensiv mit dem Bioboom verknüpft wie «Bioland». Über all die Jahre hinweg verbesserte der ökologisch geprägte Verein seine Richtlinien und drückte der Biobewegung in Deutschland ihren Stempel auf. Heute arbeiten über 5.443 Biobauern und 922 Lebensmittel-Hersteller nach den Bioland-Richtlinien. Damit ist Bioland der führende ökologische Anbauverband in Deutschland. Und der Name ist mittlerweile eine erfolgreiche Marke, die für Qualität und Zuverlässigkeit im Biosegment steht. Längst werden Bioland-Produkte flächendeckend vertrieben. Bäckereien, Metzgereien, Molkereien, Brauereien, Mühlen, Restaurants, Hofläden, Safthersteller, Biomärkte und Naturkostfachgeschäfte haben die Produkte im Sortiment.

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Schonende Verarbeitung

Bioland-Betriebe arbeiten nach dem Prinzip einer Kreislaufwirtschaft. Synthetische Pestizide werden ebenso gemieden wie chemisch-synthetische Stickstoffdünger, Lebensmittel schonend verarbeitet und Tiere artgerecht gehalten. Somit werden die Nahrungsmittel umweltverträglich und nachhaltig erzeugt und stehen im Einklang mit der Natur. Damit die hohen Qualitätsansprüche eingehalten werden, überprüft eine unabhängige staatlich zugelassene Kontrollstelle regelmäßig die Bioland-Betriebe. Hinzu kommen unangekündigte Stichproben. Bei Verstoß gegen die Richtlinien erhält der Betrieb eine Abmahnung verbunden mit Sanktionen. Bei schweren Vergehen droht der Ausschluss.

Bioland-Betriebe achten besonders auf die Natürlichkeit und Umweltfreundlichkeit Ihrer Nahrungsmittel.

Bioland-Betriebe achten besonders auf Natürlichkeit und Umweltfreundlichkeit der Produkte. Foto: Bioland

Mehr Service

Die Experten von Bioland e.V. sind mittlerweile geschätzte Gesprächspartner in der Politik, Öffentlichkeit und bei Verbrauchern. Im Zuge des anhaltenden Biobooms wurde das Angebot des Vereins kontinuierlich ausgebaut. So kümmern sich die Bioland Markt GmbH und regionale Bioland-Erzeugergemeinschaften gemeinsam mit lokalen Partnern um die Vermarktung und Verfügbarkeit von Rohstoffen in Bio-Qualität.

Der Bioland Verlag publiziert Fachbücher über den ökologischen Landbau und regelmäßig erscheint das Fachmagazin «bioland». Das sind nur einige Aktivitäten, die das Thema Nachhaltigkeit in Deutschland vorantreiben. Bioland profitiert nicht nur vom anhaltenden Bioboom, sondern der Verein hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Themen ökologischer Anbau, biologische Ernährung und nachhaltiger Umgang mit der Umwelt in der Landwirtschaft einem großen Teil der Bevölkerung so intensiv ins Bewusstsein gekommen sind. Bioland ist ein Verein, der Nachhaltigkeit lebt, in die breite Öffentlichkeit trägt und mit den Lebensgrundlagen verbindet. Die Entwicklung ist vorbildlich: aus dem einstigen Bioanbau-Pionier ist in über 40 Jahren eine Institution entstanden, die die ökologische Bewegung nachhaltig prägt und mit Innovationen sowie einem hochwertigen Qualitätsstandard den nachhaltigen Lebenswandel ermöglicht.


Gerald Wehde von Bioland im Gespräch mit nachhaltigleben.

Gerald Wehde, Pressesprecher von Bioland e.V., Foto: Bioland

Im Gespräch mit Gerald Wehde, Pressesprecher von Bioland e.V.

Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Das Thema Nachhaltigkeit mit seinem Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und Sozialem ist ein zentrales Zukunftsthema. Im Bereich Landwirtschaft und Ernährung stehen wir dabei vor zentralen globalen Herausforderungen: Wie ernähren wir die Welt? Und wie versetzen wir Milliarden von Kleinbauern in die Lage, genug Lebensmittel zu produzieren – in regional angepasster Kreislaufwirtschaft? Wie stoppen wir die Klimaerwärmung? Wie retten wir die Artenvielfalt?

Handelt es sich dabei, Ihrer Meinung nach, um einen Trend, der vergänglich ist?

Nein auf keinen Fall. Wir müssen nur aufpassen, dass dem Begriff der Nachhaltigkeit nicht durch zuviel Greenwashing geschadet wird. Beispiel Biolebensmittel: Wo der vermeintliche Profit lockt, da wollen viele profitieren. Dabei greifen Hersteller und Händler nicht mehr zum Original, sondern bewerben verstärkt Pseudolabel oder selbstgestrickte Nachhaltigkeitssiegel. Der Verbraucher ist verwirrt und denkt «irgendwie ist doch alles bio». Weit gefehlt. Denn den meisten dieser Angebote fehlt die Substanz und Transparenz. Und genau die bietet der Biolandbau.

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Was sind die Erfolgsfaktoren von Bioland?

Wir produzieren genau das, was Kunden verstärkt nachfragen. Beispiel Agro-Gentechnik. Das ist auch eine Risikotechnologie, die mit der Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen Folgen hat, die heute noch nicht absehbar sind. Trotzdem werden die Risiken zum Teil von Wissenschaft und Politik heruntergespielt. Wir schließen diese Risikotechnologie in unseren Produktionsstandards aus.

Ein weiteres Beispiel betrifft den Tierschutz: Nur rund ein Prozent des deutschen Fleischabsatzes stammt aus ökologischer Erzeugung. Von 100 Tieren werden also 99 in der Regel nicht artgerecht gehalten – auf engstem Raum und Betonspalten, ohne Stroheinstreu, Weidegang oder Auslaufmöglichkeiten. Tiere ausgebeutet als reine «Produktionsmittel», einseitig gezüchtet auf die schnelle Turbomast. Das ist unwürdig für eine reiche Gesellschaft wie Deutschland. Tierschutz nur für Haustiere – aber nicht bei Schwein, Rind und Huhn.

In den Bioland-Betrieben wird besonders darauf geachtet, dass die Tiere artgerechte gehalten werden.

Artgerechte Haltung der Tiere ist einer der Erfolgsfaktoren von Bioland, Foto: Bioland

Welche Visionen und Ziele haben Sie für die nächsten 5 Jahre?

Wir möchten den Biolandbau stärker verankern. Auch die Bundesregierung will dies zumindest auf dem Papier. So sieht die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung vor, dass in den nächsten Jahren 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf Biolandbau umgestellt werden sollen. Dafür müssten aber die politischen Rahmenbedingungen entsprechend geändert werden.

Welches Wachstumspotential sehen Sie für die Biobranche?

Die Verbraucher fragen verstärkt heimische Bioware an. Aufgrund einer falschen Agrarpolitik liegen die Wachstumsraten des Biolandbaus in den letzten 10 Jahren deutlich unter dem Marktwachstum für Bioprodukte. Die Importe von Biolebensmitteln nach Deutschland nehmen also zu. Damit werden die Wachstumschancen in Deutschland nicht ausgeschöpft und Umweltleistungen in andere Länder exportiert.

Text und Interview: Ulrike Rensch