1. Home
  2.  › Familie
  3.  › Finanzen

Gebühren lauern überall: so sparen Sie nachhaltig Geld beim Girokonto

Wer glaubt, sein Geld auf dem Girokonto würde keine Gebühren kosten sollte mal genau nachrechnen. Eine nachhaltige Untersuchung der Zeitschrift Finanztest hat aufgedeckt, dass die wenigsten Sparkassen und Genossenschaftsbanken Gratiskonten anbieten. Dagegen gibt es 73 Kontenmodelle bei unterschiedlichen Instituten, die keine Gebühren verlangen. Ein Vergleich kann durchaus lohnend sein.

Nachhaltige Geldanlagen machen Sinn.

Augen auf bei der Abhebung von Bargeld. Nicht alle Institute bieten hier einen kostenlosen Service an.  Foto: © Fotolia

Von 300 getesteten Sparkassen bieten nur 20 gebührenfreie Girokonten an. Bei den über 500 überprüften Volks- und Raiffeisenbanken konnten nur 44 Institute durch Gratisangebote überzeugen. Ansonsten werden monatliche Grundgebühren erhoben, die Girocard berechnet und Mindesthöhen beim Geldeingang als Berechnungsgrundlage für Zusatzkosten herangezogen. Die Experten von Finanztest haben 1610 Banken angeschrieben und rund 800 Antworten erhalten (www.test.de). 73 Konten waren vollständig gebührenfrei, bei den übrigen fielen unterschiedliche Kosten an. Zwar handelte es sich bei den meisten Gratisangeboten meist um online geführte Konten, jedoch bieten unter anderem die PSD-Banken in ihren bundesweit 91 Filialen günstige Girokonten an. Augen auf, raten die Experten auch bei der Abhebung von Bargeld. Nicht alle Institute bieten hier einen kostenlosen Service an, und wer Geldautomaten fremder Banken nutzt muss noch immer mit teilweise schmerzhaften Gebühren bei der Bargeldabhebung rechnen. Ob pauschale Berechnungen für die Kontoführung oder Gebühren für einzelne Kontobewegungen bis hin zu Kosten für Kredit- und EC-Karten oder für die Unterschreitung eines Mindestguthabens, der Fantasie der Banken sind beim Einziehen von Zusatzkosten keine Grenzen gesetzt.

 

Tipps für den Kontowechsel

Wer mit dem Gedanken spielt sein bestehendes Konto aufzulösen und die Bank zu wechseln, sollte das bisherige Konto zumindest für eine Übergangszeit bestehen lassen, da mögliche Abbuchungen sonst zurückgebucht und Mahnungsgebühren anfallen können. Deshalb vor der Kontoschließung alle Rechnungen auflisten, die per Bankeinzug bezahlt werden. Informieren Sie alle ordnungsgemäßen Abbucher wie beispielsweise Versicherungen, Behörden, Vermieter oder Stromanbieter rechtzeitig über Ihre neue Kontoverbindunge. Und vergessen Sie nicht Ihrem Arbeitgeber die Kontodaten mitzuteilen, damit das monatliche Gehalt ordnungsgemäß überwiesen wird. Bedenken Sie auch, dass es nicht sinnvoll bzw. nur mit Rücksprache der Bank möglich ist, wenn Sie Ihr Girokonto auflösen wollen und bei der entsprechenden Bank Kredite wie eine Hausfinanzierung laufen haben. Die vorzeitige Ablösung beispielsweise eines Hypothekendarlehens vor Ablauf des Kreditvertrags kann kostenintensiv sein.

Anzeige


Schriftlich kündigen!

Wenn Sie trotzdem wechseln möchten sollten Sie bei Ihrer bisherigen Bank schriftlich kündigen, die EC-Karten zurückgeben und das bestehende Guthaben auf ihr neues Konto überweisen. Trotzdem sollten Sie nicht voreilig die erst beste Bank wählen, sondern detailliert den Service und die Gebühren vergleichen. Stellen Sie eine Vergleichsrechnung auf und überprüfen Sie alle Vor- und Nachteile. Ein günstigeres Onlinekonto kann zum Beispiel dann zur Gebührenfalle werden, wenn Sie permanent an Fremdautomaten Geld abheben müssen. Auch wenn Sie regelmäßig den direkten Kontakt zu einem Berater bevorzugen ist eine Bank oder Sparkasse mit Zweigstellen in der Nähe vorzuziehen. Vergleichen Sie auch die Zinssätze, die bei einer möglichen Kontoüberziehung anfallen. Auch hier gibt es unter den Banken große Unterschiede. Hier gilt übrigens nach wie vor die alte Kreditregel: Langfristige Kontoüberziehungen sollten in ein Darlehen mit längerer Laufzeit umgewandelt werden, da die Zinssätze niedriger sind als bei einem Dispositionskredit. Und noch ein Tipp: Auf Ihrem Girokonto sollten Sie nur so viel Guthaben haben wie notwendig, denn die Zinsen sind äußerst gering, die zudem noch meist schwanken und keine mittel- oder langfristige Zinssicherheit geben. Deshalb ist es ratsam, nicht benötigtes Geld auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto zu buchen. Aktuell gibt es hierfür zwar keine hohen Zinsen, aber immer noch mehr als auf dem Girokonto.

Text: Peter Rensch