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Diese Kleinbäurin Albina Orellana (rechts) hat die Chance auf ein neues Leben genutzt. © Patricio Crooker
Hilfe für Entwicklungsländer

Ethische, nachhaltige Geldanlagen & Mikrofinanz liegen im Trend: Oikocredit erfolgreich

Bei einer ethischen Geldanlage und Mikrofinanz geht es nicht nur ums Geld, sondern um Werte. Anleger wollen mit ihrem Kapital Gutes tun. Der Trend geht deshalb immer weiter zu nachhaltigen Geldanlagen, wie bei Oikocredit, einer Genossenschaft, die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländer mit Krediten unterstützt.

Felix Yucra Cardenas hat es geschaft: Ein erfolgreiches Unternehmen für Tischkicker entsteht dank Mikrokrediten. © Patricio Crooker

Felix Yucra Cardenas hat es geschaft: Ein erfolgreiches Unternehmen für Tischkicker entsteht dank Mikrokrediten. © Patricio Crooker

Ethische Geldanlagen und Mikrofinanz liegen im Trend, denn Menschen wollen mit ihrem Kapital Positives bewirken – so eine Forsa-Umfrage. Gerade die Armutsbekämpfung steht hierbei im Vordergrund. Das zeigt sich auch darin, dass im Februar 2014 das Anlagekapital der Genossenschaft Oikocredit in Deutschland die Höchstmarke von 300 Millionen Euro überschritten hat. Matthias Lehnert, der Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland, erklärt: „Das zeigt den Willen deutscher Anlegerinnen und Anleger, mit ihrem Geld soziale Veränderungen in Entwicklungsländern zu fördern.“  Mehr als 52.000 Menschen und Institutionen investierten bei Oikocredit in nachhaltige Geldanlagen.

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Internationale Genossenschaft mit ethischen Geldanlagen

Oikocredit wurde im Jahr 1975 gegründet und  ist eine internationale Genossenschaft und ein Pionier für nachhaltige Geldanlagen. Menschen und Organisationen, die mit sozialer Verantwortung investieren wollen, können über die insgesamt acht deutschen Oikocredit-Förderkreise, Geld anlegen. Das Unternehmen vergibt dann Kredite und Kapitalbeteiligungen an  insgesamt 815 Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und andere Unternehmen mit einer sozialen Orientierung in 67 Entwicklungs- und Schwellenländern. Die geförderten Partner schaffen dann Arbeitsplätze, treiben die Entwicklung voran und bieten den Einheimischen die Chance auf wirtschaftliche Eigenständigkeit.

Eine Kuh kann der Start in ein neues Leben sein. © Diese Kleinbäurin hatte die Chance auf ein neues Leben. ©Ein erfolgreiches Unternehmen für Tischkicker entsteht dank Mikrokrediten. © Patricio Crooker

Eine Kuh kann der Start in ein neues Leben sein. © Patricio Crooker

Fast vierzig Jahre nach der Gründung ist Oikocredit einer der weltweit führenden Entwicklungsfinanzierer. Die meisten Anleger von Oikocredt stammen aus Deutschland, dabei befindet sich die Zentrale in Amersfoort in den Niederlanden. Das Anlagekapital der deutschen Oikocredit-Förderkreise erreichte Ende 2013, mit einem Netto-Kapitalzufluss von 42 Millionen Euro, 299 Millionen. 48 Prozents des verfügbaren Darlehenskapitals stammt aus Deutschland. So konnte Oikocredit im Jahr 2013 die Finanzierungen ihrer Partnerorganisationen um elf Prozent auf 591 Millionen Euro steigern.

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Alle Figuren werden in Handarbeit gefertigt. © Patricio Crooker

Alle Figuren werden in Handarbeit gefertigt. © Patricio Crooker

Afrika & Südamerika

Gerade in den ländlichen Regionen von Entwicklungsländern sieht Oikocredit den Schwerpunkt, da dort die größte Armut herrscht. Oikocredit arbeitet so zum Beispiel mit Molyn Credit in Afrika zusammen. Hier erhalten Kleinbauernfamilien eine Milchkuh, aber auch Schulungen und Beratung als Kredit. Außerdem wird die Infrastruktur vor Ort aufgebaut – bislang beteiligten sich bereits 700 Kleinbauern, die so ihr Einkommen verbessern und neue Arbeitsplätze schaffen konnten.

In Bolivien, einem der ärmsten Länder Südamerikas, ist zum Beispiel die Genossenschaft CISC aktiv. Im Jahr 2009 erhielt die Genossenschaft insgesamt 700.000 Euro Darlehen von Oikocredit und konnte so ihre Kreditabteilung aufbauen. Das Komitee vergibt Kleinkredite bis maximal 10.000 Dollar an ihre Mitglieder. Die Bäuerin Albina Orellana konnte auf diese Art für sich und ihre vier Kinder 53 Milchkühe und neun Hektar Land kaufen, das Geld hat sie immer pünktlich zurückgezahlt und konnte trotzdem ihren Kindern, die mittlerweile alle studiert haben, ein besseres Leben ermöglichen.

Ein weiteres Projekt in Bolivien ist die Werkstatt von Felix Yucra Cardenas, der gemeinsam mit vier Angestellten und seiner Frau Tischkicker herstellt. Die Kicker fertigt er aus alten Toyoto-Motoren, für die Figuren schmilzt er Aluminium ein und seine Frau bemalt sie danach. Für circa 100 bis 200 Euro verkauft er die Tischkicker im ganzen Land - Ihm bleiben zwischen 35 und 70 Euro Gewinn. Sein Unternehmen ist sehr erfolgreich, was er auch Krediten der Mikrofinanzinstituition FONCOM, einem Partner von Oikocredit, zu verdanken hat.

Bei ethischen Geldanlagen wie bei Oikocredit, geht es nicht nur ums Geld, hier geht es um soziale Werte und Gewinne, die Menschen tatsächlich helfen.

Quelle: Oikocredit
Text: Kristina Reiß