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Informationen zur Wahl nachhaltiger Anlagen und Investment.

Vielfalt nachhaltiger Geld-Anlagen besser verstehen

Es gibt mittlerweile viele Fonds und Aktien für nachhaltige Geld-Anlagen. Doch inwiefern unterscheiden sich diese Investments voneinander und welche Kriterien werden angesetzt? Hier finden Sie einen kleinen Überblick zu den unterschiedlichen Arten nachhaltiger Anlagen.

Der Markt für nachhaltige Investments weist ein außerordentlich hohes Wachstum auf: allein von 2008 bis 2010 hat sich das Volumen in nachhaltige Investments von 2,7 auf fünf Billionen Euro fast verdoppelt. Dies entspricht einem Wachstum von beeindruckenden 87 Prozent. Auch im deutschsprachigen Raum zeigt die Kurve nach oben. Denn in Deutschland, Österreich und der Schweiz stiegen die Investment-Zahlen von 30 auf 34 Milliarden Euro. Das große Angebot und das steigende Interesse von Anlegern liegt sicherlich auch daran, dass der Begriff der Nachhaltigkeit heute allgegenwärtig ist.

Das 1992 eingeführte Leitbild der Nachhaltigkeit hinterlässt immer tiefere Spuren in Gesellschaft und Wirtschaft. Der Markt nachhaltiger Investments ist mit seinen nun 14 Jahren zwar noch relativ jung, aber doch älter, als viele vielleicht vermuten würden. Und: er weist hinsichtlich der Produktvielfalt eine hohe Dynamik auf. Bis etwa zum Jahr 2000 bestand das Angebot an nachhaltigen Produkten lediglich aus Aktien­ und Obligationenanlagen. Auch heute stellen diese beiden Kategorien das Rückgrat nachhaltigen Investments dar. In der Angebotspalette befindet sich inzwischen aber zusätzlich eine Vielzahl von Indizes, Zertifikaten, Private­ Equity­-Anlagen bis hin zu ersten Hedge Fonds.

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Qual der Wahl - Die große Vielfalt nachhaltiger Investments

Damit Interessierte in dieser rasanten Entwicklung nicht die Übersicht verlieren, werden im Folgenden die heute bereits vorhandenen Formen nachhaltigen Investments vorgestellt und kategorisiert.

Ausgangspunkt der Betrachtung ist die Frage, ob bei den Anlagen eine positive oder eine negative Sicht zugrunde liegt. Die negative Sicht, die heute vor allem noch in angelsächsischen Ländern betrieben wird, stellt einen bewussten Verzicht auf gewisse Investments dar. Diese sogenannten Negativ­- oder Ausschlusskriterien sind häufig produktorientiert (zum Beispiel Kernenergie, Rüstung) und nur in wenigen Fällen prozessorientiert (zum Beispiel Kinderarbeit).

In Kontinentaleuropa hat sich bei nachhaltigen Investments eine positive Sichtweise durchgesetzt, es wird entsprechend dem sogenannten Best-in-Class-­Ansatz bewusst in aus Nachhaltigkeitssicht interessante Titel angelegt. Nichtnachhaltige Titel werden somit nur implizit gemieden. Die Umsetzung dieser positiven Sichtweise kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen: durch einen Stil, den man schon heute als klassisch nachhaltiges Investment bezeichnet, und durch Anlagen in Nachhaltigkeitsthemen.


Die Rendite ist bei klassischen nachhaltigen Investments vorrangig

Die Rendite steht bei klassischen nachhaltigen Investments im Vordergrund.

Grundlage aller Anlageentscheidungen ist bei nachhaltigen Investments ein Research, das Unternehmen, im Falle von Obligationen aber auch anderen Emittenten wie Staaten und internationale Organisationen, hinsichtlich ökologischer, sozialer und Governance-­Aspekten untersucht. Hierbei fließen zwar auch Daten über die ökologische und soziale Verträglichkeit von Produkten ein, jedoch liegt das Hauptaugenmerk auf der Prozessebene. Auf der Umweltseite wird der Frage nachgegangen, wie ökologisch effizient ein Unternehmen Produkte herstellt, auf der sozialen Seite, wie gut es mit seinen Anspruchsgruppen (Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und so weiter) umgeht.

Weil Effizienz zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für eine nachhaltige Entwicklung ist, wird heute üblicherweise der positive Ansatz nachhaltigen Investments um Ausschlusskriterien ergänzt. Andernfalls wären so paradoxe Investments wie eine Öko­Tellermine vorstellbar. Ein weiteres, immer wichtiger werdendes Element ist das sogenannte Engagement, das aus zwei Ebenen besteht. die eine ist die Wahrnehmung der Stimmrechte. Die andere ist das Eintreten in einen Dialog mit Unternehmen über Themen, die für langfristig orientierte Anleger von besonderem Interesse sind.

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Stimmrechte wahrnehmen

Erfahrene Anleger verfolgen mittel­- bis langfristige Gewinnstrategien. Sie wissen: Wer in Aktien investiert, erwirbt nicht nur Kapitalwerte, sondern auch ein Recht auf Information – und die Chance auf Mitbestimmung. Wer diese wahrnimmt, kann Einfluss nehmen, kann an der Wahl des Verwaltungsrats teilnehmen, kann Transparenz über Jahresgehälter erwirken, kann die Unternehmensführung auf Good Governance verpflichten und für den Weg der Nachhaltigkeit sensibilisieren.

Im Dialog mit den Unternehmen

Mit Unternehmen einen Dialog zu führen, ist notwendiger Bestandteil einer langfristigen Investitionsstrategie, welche die nachhaltige Entwicklung berücksichtigt. Durch den Dialog werden die Unternehmen auf eine gute Corporate Governance und auf die Anforderungen der nachhaltigen Entwicklungen sensibilisiert, damit ein Verbesserungsprozess eingeleitet wird. Letztlich ist es das Ziel, den Wert der Unternehmen langfristig für ihre Aktionäre und alle anderen Anspruchsgruppen zu steigern.

Ein Beispiel, dass ein solcher Dialog auch im Verbund mit anderen stattfinden kann, ist das Carbon disclosure Project (CdP), die weltweit größte Aktionärsgruppierung. Deren 315 Mitglieder, die ein Vermögen von mehr als 41 000 Mrd. US-­Dollar verwalten, befragen seit 2002 jährlich die weltweit größten Börsenkotierten Unternehmen, wie diese konkret mit den Herausforderungen des Klimawandels um­gehen. Das Ergebnis dieser Befragung dient den Mitgliedern dazu, die mit Investments in diese Unternehmen verbundenen Risiken und Chancen in ihre Anlagestrategie zu integrieren.


Erneuerbare Energien sind typisch bei nachhaltigen Investments.

Es gibt viele Nachhaltigkeits-Themen: Vom Einzelthema Solaranlage bis zu ganzen Themenkomplexen.

In den letzten zwei bis drei Jahren ist eine Anlagekategorie besonders in den Fokus der Anleger geraten: Investments in Nachhaltigkeitsthemen. Dies können sowohl Einzelthemen wie erneuerbare Energie oder Wasser sein, aber auch ganze Themenkomplexe wie Klimawandel. Es ist offensichtlich, dass dieser Investitionsansatz sehr auf die Produkte von Unternehmen ausgerichtet ist. Um aber den großen Vorteil nachhaltigen Investments, nämlich das Vermeiden von unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsrisiken, nutzen zu können, bedarf es mindestens eines weiteren Elements, also der Anwendung von Ausschlusskriterien oder Engagement. Beide große Richtungen, das heißt klassische nachhaltige Investments und Nachhaltigkeitsthemen, können inzwischen auch passiv gemanagt werden, da jeweils entsprechende Indizes existieren.

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Fazit zu den Formen nachhaltiger Geld-Anlagen

Heute gefällte Entscheidungen und durchgeführte Handlungen zeichnen die Welt von Morgen vor. Im Hinblick auf eine ökonomisch, ökologisch und sozial vertretbare Zukunft spielt der Finanzsektor eine große Rolle, da er das Geschäftsverhalten von Unternehmen stark beeinflusst. Kraft ihrer Anlagepotenziale sind institutionelle Anleger wie Rentenkassen oder Stiftungen wichtige Marktgestalter. Sie treffen nicht nur kluge Investitionsentscheidungen, sie verwalten indirekt auch die künftigen Lebensgrundlagen ihrer Mitglieder und der Versicherten.

Die Wahrnehmung dieser Verantwortung wird aber auch von den Märkten belohnt: denn viele Studien und auch die inzwischen langjährige Erfahrung zeigen, dass Investoren, die zusätzlich ökologische, soziale und Governance-­Kriterien einsetzen, überdurchschnittliche Renditen bei tendenziell geringerem Risiko erwirtschaften können.

Heute gilt mehr denn je, dass es für jeden institutionellen Investor eine Vielzahl von Bausteinen gibt, die noch weiter auf seine Bedürfnisse zugeschnitten werden können und die es ihm ermöglichen, einen nachhaltigen Mehrwert generieren zu können.

Quelle: Schweizerirsche Personalvorsorge; Text: Erol Bilecen, Bank Sarasin & Cie AG; Urs Holliger, Ethos, Zürich