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Windkraftanlagen sind ein guter Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Windkraftanlagen: Viel erneuerbare Energie entsteht auf dem Meer

Offshore-Windenergie-Anlagen werden bis zum Jahr 2030 immens ausgebaut. Denn dann sollen allein aus den Windkraftanlagen im Meer bis zu 25.000 Megawatt Leistung gewonnen werden, um den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtbedarf auf bis zu 30 Prozent zu steigern.

Erneuerbare Energie aus Windkraft ist gut für Natur und Umwelt.

Windkraftanlagen wandeln kostenlose Windenergie in saubere, nachhaltig produzierte elektrische Energie um.

Der Wind hat Rückenwind, und das besonders auf dem Meer. Die Windkraftwerker sehen ein Jahrzehnt des Wachstums vor sich. Die alte Frage, ob Windkraft auf dem Land oder auf dem Meer zu Hause sein sollte, scheint beantwortet: sowohl als auch. Eine Studie von ODS Petrodata, einer internationalen Energieberatung mit Sitz in Houston, Texas, sagt den Offshore-Windparks, also der Windkraft auf dem Meer, ein Wachstum ihrer Kapazität von 32 Prozent in den nächsten zehn Jahren voraus – jährlich. Bis 2020 könnte so eine Kapazität von 55 Gigawatt zusammenkommen. Das entspräche ebenso viel wie die Leistung von Kernkraftwerken. Gerade Deutschland plant den massiven Ausbau von Windkraftanlagen. Denn schon bis 2025 soll der Anteil an Strom aus Windenergie 25 Prozent des Gesamtstrombedarfs in Deutschland decken. Insbesondere Offshore-Windkraftanlagen sind hierzu geplant.

Windkraft auf dem Meer hat einen großen Vorteil: Die Weite des Meeres ermöglicht relativ große Windräder. Auf dem Land ist das Wachstum der Windräder dagegen beschränkt. Denn laut des schweizerisch-schwedischen Technologiekonzerns ABB, passen Turbinen mit einer Kapazität von über 3,5 Megawatt nicht mehr unter Brücken hindurch und können deswegen schlecht über Land transportiert werden. Im August 2006 wurde in der schottischen Nordsee, genauer im Meeresarm Moray Firth, erstmals eine 5-Megawatt-Windkraftanlage auf offener See errichtet. Die fünf Megawatt-Turbinen haben einen Durchmesser von über 120 Metern. Bereits wird an Windrändern mit 10 Megawatt geforscht und gearbeitet. Die wachsenden Turbinen bringen aber auch ein Problem mit: Ihr Gewicht. Denn für jedes Kilo, das oberhalb der Meereslinie hinzu kommt, müssen im Fundament zwei Kilo hinzugefügt werden, um die Stabilität zu gewährleisten. Zudem können Windräder mit festem Fundament nur an Stellen mit einer Meerestiefe von bis zu 50 Metern aufgebaut werden. Der Platz im Meer dürfte also künftig rar werden.

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Wäre da nicht die Hoffnung auf ein schwimmendes Windrad. 2009 setzten die norwegischen Versorger StatoilHydro und Siemens zwölf Kilometer südöstlich der Insel Karmøy in Norwegen eine 2,3 Megawatt-Anlage mit einem Rotorendurchmesser von 82 Metern auf einen mit Ballast gefüllten, stählernen Schwimmkörper. Dieser reicht bis 100 Meter unter die Wasseroberfläche und ist mit drei Ankerdrahtseilen am Meeresboden in 220 Meter Tiefe verankert. Wie gut diese Anlage Stürmen trotzen kann und ob die Schwankungen den Betrieb des Windrads nicht zu sehr stören, soll der Praxistest in den kommenden Jahren zeigen. Die Vorteile solch schwimmender Anlagen liegen auf der Hand. Sie könnten vor nahezu jeder Küste in windreichen Gebieten abseits von Schifffahrtsrouten verankert werden. Bis in Wassertiefen von rund 700 Metern bieten die Stahltrassen genug Halt.

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Schwimmende Plattformen mit 5 Megawatt-Windkraftanlagen

Mit Modellrechnungen und einem Modell im Wassertank zeigte das Team um den Schifffahrtsarchitekten Dominique Roddier von der kalifornischen Firma Marina Innovation & Technology, dass dreibeinige Turbinentürme auf einer schwimmenden Plattform genug Stabilität sogar für wuchtige 5 Megawatt-Windkraftanlagen bieten sollten. Auf der Grundlage dieser Simulation plant Roddier einen Prototypen in Originalgröße.

Bis zum Herbst 2012 soll das schwimmende Windrad vor der portugiesischen Atlantikküste aufgebaut werden. Obwohl die Kosten nach heutigen Schätzungen nicht höher als bei fest gegründeten Offshore-Windparks liegen sollen, werden die schwimmenden Kraftwerke kaum weiter als 100 Kilometer vor der Küste installiert werden. Denn mit jedem Kilometer steigen die Kosten für die Seekabel, durch die der erzeugte Strom in das Stromnetz an Land fließen soll. Doch der Aufwand könnte sich lohnen. Denn das Potenzial für Strom aus Offshore-Windanlagen ist gewaltig. So schätzt die Europäische Umweltagentur EEA, dass bis zum Jahr 2030 allein vor den Küsten der EU-Staaten 3400 Terawattstunden Windstrom erzeugt werden könnten, um etwa 80 Prozent des geschätzten Bedarfs zu decken. Das Potenzial liegt mit 30.000 Terawattstunden sogar weit darüber. Auch China, die Staaten Südamerikas und die USA könnten mit einem Ausbau der - teilweise schwimmenden - Offshore-Kapazitäten einen Großteil ihres Stroms auf dem offenen Meer gewinnen.


Quelle: nachhaltigkeit.org , erneuerbare-energien.de



Ende September 2010 wurde zwölf Kilometer vor der Küste Englands einer der größten Offshore-Windparks der Welt eröffnet. Im «Thanet« -Windpark wird durchschnittlich soviel Energie erzeugt, dass bis zu 200.000 Haushalte mit nachhaltig produziertem Strom versorgt werden können. Die Masten der Windräder ragen 115 Meter weit aus dem Wasser. Der Windpark besteht aus 100 Anlagen mit einer Nennleistung von jeweils 3 Megawatt. Dank des neuen Parks produzieren die Briten schon jetzt mehr Windenergie auf See als alle anderen Länder der Welt zusammen.

Auch Deutschland steht diesem Thema in nichts nach. Denn in August 2009 wurde nördlich von Borkum ebenfalls ein gigantischer Offshore-Windenergie-Park in Betrieb genommen. Und bereits heute können mit diesem Windenergie-Park 50.000 Haushalte mit nachhaltig generiertem Strom versorgt werden. Zahlreiche weitere Windenergie-Anlagen im Meer der Nord- und Ostsee sind derzeit im Bau befindlich oder in der Planung, um den Windenergie-Anteil weiter zu steigern.

Unter www.offshore-wind.de erfahren Sie mehr rund um die Nutzung von Windenergie im Meer.