Eure Janine Steeger
Janine Steeger

Gesundheitsgefahren durch Nicht-FairTrade-Blumen

Ich bin eingeladen. Bei einer Freundin, die alles liebt, was blüht. Klar, dass ich ihr einen hübschen Strauß Blumen kaufe. Da ich meiner Freundin was Gutes tun möchte, werde ich ihr jedoch keine Giftblüten schenken, sondern Fairtrade-Blumen... 

Janinge Steeger bloggt über nachhaltige Themen

Janine Steeger Foto © Markus Nass



 

Schon mal davon gehört? Ein fairer Handel mit Blumen hilft gleich mehrfach: Dank strenger Umweltauflagen enthalten die Blumen viel weniger Pestizide als konventionelle Produkte. Super, da macht das Blütenschnuppern Spaß und ist auch noch gesund. Und beim Anbau und Pflücken der Rosen, Tulpen & Co. werden keine Arbeiter geschändet. Ziemlich übel, was nämlich abgeht, wenn Schnittblumen in Ländern wie Tansania, Kenia und Ecuador zum Sprießen gebracht werden. Niedrige Löhne, mangelnder Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Diskriminierungen. Da macht es doch keinen Spaß, die Blütenpracht in der Vase zu bewundern. Fairplay sollte nicht nur im Sport gelten, sondern auch bei der Herstellung von Produkten. Oder nicht?

Mit den Blumen kommt nicht nur Heiterkeit daher. Oft wird Blut vergossen, bevor die Schönheit der Blume in unseren Vasen scheint ©iStockphoto

Mit den Blumen kommt nicht nur Heiterkeit daher. Oft wird Blut vergossen, bevor die Schönheit der Blume in unseren Vasen erstrahlt ©iStockphoto

Fairtrade-Blumen helfen wirklich. Und ich will helfen und nicht die Augen verschließen, nur weil ich beim Einkaufen ein paar Cent sparen kann. Nein, lieber gesunde Blumen auf dem Tisch, bei denen ich ein gutes Gewissen haben kann anstatt Giftmüll anzustarren, an dem das Blut der gepeinigten Arbeiter klebt.

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Blumen sprechen nicht nur die Sprache der Liebe. ©Digital Vision

Blumen sprechen nicht nur die Sprache der Liebe. ©Digital Vision

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Verbraucher sind mächtig

Das Geschäft mit Blumen ist gigantisch. Alleine an Muttertag werden acht Millionen Rosen verschenkt. Klar, dass da bei manchem Profithai die Dollar- und Eurozeichen in den Pupillen rotieren. Ist es nicht makaber, denke ich, man verschenkt Blumen, um anderen Freude zu machen und auf dem Weg vom Beet in die Vase werden Menschen gequält und wie Dreck behandelt. Und Dreck schleudern die konventionellen Blumen auch in die Luft. Natürlich auch in unsere Atemwege. Ich habe mal gelesen, dass die Umweltschutzorganisation „BUND“ Rosensträuße in Berliner Geschäften untersucht hat. Horror: Acht von zehn davon enthielten krebserregende Bekämpfungsmittel. Jährlich geben wir 3 Milliarden Euro für Blumen aus. Ein hübsches Sümmchen. Und da sollten wir Verbraucher doch ein bisschen unsere Macht ausspielen. Und die haben wir. Wirklich! Siehe Biokost. Weil immer mehr von uns auf Naturwaren setzen, denken sogar die Supermarktketten um. Überall Bio und teils zu anständigen Preisen. Finde ich eine tolle Entwicklung. Und Fairtrade? Wird auch immer beliebter. Ergo: Wenn wir die Giftschleudern liegen lassen und mehr die sauberen Blumen kaufen, bei denen keine Arbeiter zum Pflücken geprügelt werden, dann? Dann werden die „Schwarzen Schafe“ unter den Sträußen ins Abseits geraten.

Ich bin froh, dass es Medien gibt! Missstände werden schneller aufgedeckt, Falschspieler innehrhalb kurzer Zeit durch Twitter, Facebook & Co. weltweit angeprangert. Transparenz finde ich spitze. So hat jeder mehr Mitsprachemöglichkeiten, aber auch mehr Verantwortung, durch sein Wissen entsprechend zu handeln.

Meine Freundin hat sich übrigens riesig gefreut. Und wisst Ihr was? Sie sagte strahlend: „Du bist ein Schatz. In meine Vasen kommt nur noch Fairtrade“. Sagte ich doch: Fairtrade kommt von Herzen.

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