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Müllberg
Der Umwelt zuliebe

Müll richtig entsorgen – so geht's!

Plastik gehört heutzutage untrennbar zum ganz normalen Alltag. Ein „Coffee to go“ hier, eine Wurstpackung dort…und schon füllen sich zu Hause die Tonnen in rasanter Geschwindigkeit. Die traurige Bilanz lautet: Deutsche sind die größten Müllerzeuger in der EU. Je nach Region, handelt es sich dabei um mehr als 700 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Das Umweltbewusstsein steigt zwar langsam in der Gesellschaft, nicht aber jenes um die Problematik, welche der Abfall mit sich bringt.

Während es nämlich hierzulande schön sauber bleibt, wird der Müll größtenteils ins Ausland transportiert, wo er auf Müllhalden verrottet oder sogar in den Ozeanen entsorgt wird. Hinsehen und handeln, sollte daher Ihre Devise lauten! Wir verraten Ihnen, warum Sie Abfall vermeiden sollten und wie Sie Müll, der dennoch anfällt, zumindest richtig entsorgen – der Umwelt zuliebe… Mikroplastik in den Meeren und damit auch in Fisch oder anderen Nahrungsmitteln.

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Müllberge, welche sich auf den Straßen von Neapel stapeln. 1,3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln, welche jedes Jahr verderben – das ist sage und schreibe ein Drittel der gesamten Produktion. Diese und ähnliche schockierende Schlagzeilen rücken in den vergangenen Jahren immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Positive Veränderungen lassen sich dennoch nur schleppend feststellen. Welche Rolle spielen dabei die Verbraucher?

Der (deutsche) Müll in Zahlen

Hand aufs Herz: Viele Deutsche fühlen sich nicht angesprochen, wenn es um die Müllproblematik geht. Schließlich stapeln sich die Berge nicht hierzulande auf den Straßen und zudem wird das Meiste ja ohnehin recycelt, richtig? Falsch! Zwar mag Deutschland ein gutes System entwickelt haben, sich selbst der Problematik zu entledigen und diese auf andere Länder abzuwälzen – leidtragend sind am Ende aber alle. Denn egal, wo auf der Welt der Müll gelagert wird, er bedeutet eine enorme Umweltbelastung. Sei es die Entsorgung in den Ozeanen oder das Verbrennen, wobei gefährliche Giftstoffe entstehen. Diese sind nur zwei von vielen Beispielen, wie der Müll enormen Schaden für die Umwelt und damit auch sämtliche Menschen und Tiere anrichtet.

Müll sammeln in der Natur

Recycling? Von wegen!

Ein falsches Bild erschaffen auch die angeblich so hohen Recycling-Quoten, welche in Deutschland immer wieder gelobt werden. Von bis zu 80 Prozent ist dabei die Rede, doch die Realität sieht anders aus: Tatsächlich werden durchschnittlich nur 38 Prozent der Siedlungsabfälle wiederverwertet.

Von rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll werden 800 Millionen Tonnen einfach verbrannt. Zudem trägt Deutschland nur ein Prozent zum weltweiten Recycling von seltenen Erden bei. Und in Bulgarien liegt die Recycling-Quote sogar bei null Prozent. Die Liste der Verfehlungen im Umgang mit Müll ist lang – auch, aber längst nicht nur in Deutschland.

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Welche Rolle spielt die Mülltrennung?

Die Frage, welche wir alle uns stellen sollten, lautet daher: Was können wir tun? Müll möglichst zu vermeiden, ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dennoch wird ein Leben mit „Zero Waste“ für die meisten Menschen beinahe unmöglich sein. Es geht also auch darum, dass jener Abfall, der trotzdem anfällt, richtig entsorgt wird. Nach wie vor achten viele Menschen nicht ausreichend auf ihre Mülltrennung oder wissen schlichtweg nicht genau, welcher Abfall in welche Tonne gehört. Bis zu 50 Prozent „Fehlwürfe“ werden in einigen Städten im gelben Sack gezählt. Was hier nicht hingehört, wird kurzerhand aussortiert und verbrannt. Müll zu vermeiden und richtig zu trennen – das sind also die Maßnahmen, welche Sie der Umwelt zuliebe ergreifen können, ohne dass diese viel finanziellen oder zeitlichen Aufwand bedeuten.

Müll richtig trennen – so geht’s!

Müll richtig entsorgen – so geht's!

Wie genau die Mülltrennung funktioniert, sprich welche Tonnen zur Verfügung stehen und welcher Abfall dort hinein soll, unterscheidet sich je nach Gemeinde ein wenig. Der erste wichtige Tipp lautet daher: Informieren Sie sich über die spezifischen Bestimmungen an Ihrem Wohnort. In der Regel erhalten Sie dafür ohnehin alle wichtigen Informationen vom Landratsamt, im Zuge der Zuteilung Ihrer Behälter, Tonnen & Co. Folgende Richtlinien sind aber allgemeingültig und können in den meisten deutschen Gemeinden entsprechend umgesetzt werden. Wenn Sie sich daran orientieren und zusätzlich Ihre regionalen Bestimmungen befolgen, tun Sie der Umwelt also einen großen Gefallen:

Wertstoffe

In der Regel werden Wertstoffe im gelben Sack oder der gelben Tonne entsorgt. Zu diesen Wertstoffen gehören hauptsächlich Verpackungsmaterialien, zum Beispiel TetraPaks, Jogurtbecher, Verpackungsfolien, Konservendosen, Käseverpackungen, Plastikflaschen von Shampoo oder Duschgel, kleine Styroporteile, Kartoffel- oder Obstnetze sowie ähnliche Abfälle.

Gerade hier fällt also der Hauptteil des Plastikmülls an und damit der größte Umweltsünder. Solche Wertstoffe möglichst zu vermeiden, beispielsweise durch den Kauf von Joghurt im Glas oder unverpacktem Obst, ist daher ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und eigentlich gar nicht so schwierig!

Papier

Die Mülltonne für Papierabfälle ist in den meisten Fällen in blauer Farbe gestaltet. Hierhin wandert sämtliches Altpapier oder Pappe. Sie werden aus Holz und damit einer natürlichen Ressource hergestellt. Richtig getrennt, kann der Papiermüll zu großen Teilen recycelt werden, was der Abholzung von Wäldern entgegenwirkt. Sollten Sie sich unsicher sein, was in den Papiermüll wandern darf und was nicht, achten Sie auf den grünen Punkt. Dieser ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Abfall in die Papiertonne muss. Doch auch, wenn sie keinen grünen Punkt finden können, kommen folgende Dinge in den blauen Papiermüll:

  • Papierdokumente

  • Eierkartons

  • Hochglanzpapier

  • Wellpappe

  • Zeitungen

  • Geschenkpapier

  • Zeitschriften

  • Bücher

  • Briefumschläge

In letzterem Fall müssen Sie aber darauf achten, dass der Briefumschlag kein Fenster enthält. Dieses ist nämlich aus Plastik gefertigt und gehört daher in den gelben Sack beziehungsweise die gelbe Tonne. Empfehlenswert ist es dann, dass Sie das Fenster vom Umschlag trennen und beide gesondert entsorgen.

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Biomüll

Der Biomüll kommt je nach Wohnort in eine braune oder grüne Tonne. Er umfasst sämtliche „natürlichen“ Abfälle – sprich Dinge, die von selbst relativ schnell und ohne Umweltbelastungen verrotten. Ganz oder teilweise selbstständig zu kompostieren, ist daher eine umweltfreundliche und günstige Alternative zur Verwendung einer Biotonne. In jedem Fall können folgende Reste in dieser Rubrik entsorgt werden:

  • Speisereste

  • Eierschalen

  • Pflanzenabfälle

  • Obst- und Gemüsereste

  • Lebensmittel

  • Rasenschnitt

  • Gartenabfälle

Entscheiden Sie sich für die Nutzung der Biotonne anstelle der Eigenkompostierung, dürfen Sie den Müll niemals in Plastiktüten verpacken. Möchten Sie ihn nicht lose in die Tonne werfen, wodurch diese regelmäßig gereinigt werden muss, können Sie auch spezielle Papiertüten für den Biomüll oder etwas unbeschichtetes Zeitungspapier verwenden, um die Abfälle darin einzuwickeln.

Glas

Für das Altglas gibt es keine eigene Tonne, sondern dieses entsorgen Sie in speziellen Containern. Sie sind in der Regel großzügig im Ort verteilt aufgestellt, sodass gewiss auch in Ihrer Nähe eine Altglas-Entsorgungsstelle zu finden ist. Prinzipiell gehören dort vor allem handelsübliche Getränkeflaschen sowie Kosmetikgläser, Eimachgläser oder beispielsweise die gläsernen Behälter von Brotaufstrichen hinein. Achten Sie aber darauf, vorher die Verschlüsse zu entfernen und das Altglas seiner Farbe entsprechend zu sortieren – nach weißem, braunem oder grünem Glas. Sollten Sie den seltenen Fall eines andersfarbigen Glases haben, beispielsweise rot, blau oder gelb, entsorgen Sie dieses ebenfalls im grünen Container. Um Etiketten müssen Sie sich übrigens keine Gedanken machen, denn diese werden während des Recyclings von selbst entfernt.

Sondermüll

Weiterhin gibt es einige Abfälle, welche sie überhaupt nicht im Hausmüll entsorgen dürfen. Dazu gehören beispielsweise Chemikalien, Energiesparlampen, Elektroschrott, Korken, CD’s, Säuren oder Batterien. Je nachdem, um welche Art von Müll es sich handelt, werden diese auf verschiedene Art und Weise korrekt entsorgt: Für Säuren gibt es spezialisierte Entsorgungsunternehmen, Leuchtstoffröhren können beim Wertstoffhof abgegeben werden, Korken sind bei Recycling-Höfen richtig aufgehoben und Batterien können Sie bei vielen Supermärkten in speziellen Sammelstellen abgeben. Außerdem sind sämtliche Verkäufer, welche Batterien im Sortiment führen, auch zu deren kostenloser Rücknahme verpflichtet.

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Restmüll

Alles, was Sie nun noch nicht in der Liste finden konnten, wandert schlussendlich in den Restmüll. Die entsprechende Tonne ist in den meisten Fällen grau oder schwarz. Beispiele für klassischen Restmüll sind:

  • Windeln

  • Taschentücher

  • Glühlampen

  • Kugelschreiber

  • Textilien

  • Kaugummis

  • Tampons

  • Keramik

  • Feuerzeug

  • u. v. m.

Mit etwas Übung haben Sie den Dreh schnell raus und sollten Sie sich doch einmal unsicher sein, können Sie einfach Ihr Smartphone zücken und schnell im Internet oder in einer speziellen App nachsehen, wie der jeweilige Abfall richtig entsorgt wird. Die Umwelt dankt es Ihnen!

Quellen: Bilder: Depositphotos/kanvag, TatyanaGl, Sasha_Suzi, Text: red

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