1. Home
  2.  › Haus & Garten
  3.  › Wohnen
Erneuerbare_Energien
Ökostrom

Die Qual der Energie-Wahl

Echte Ökostromanbieter sind in der Opposition, denn nur knapp sechs Prozent tragen das vertrauenswürdige Öko-Gütesiegel. Für die Energiewende müssen die glaubwürdigen Anbieter gefördert werden. Doch der Verbraucher hat die Qual in der Energie-Wahl. 

Seit der Öffnung des Energiemarktes ist die Tarifvielfalt im Strommarkt drastisch gestiegen. Pro Postleitzahlengebiet haben heute deutsche Haushalte im Durchschnitt die Wahl zwischen mehr als 126 Stromanbietern. Von diesen bundesweit mehr als tausend Tarifen sollen rund 40 Prozent davon Ökostromtarife sein.  Aber nur knapp sechs Prozent tragen die von Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale Bundesverband empfohlenen Gütesiegel ok-power oder Grüner Strom Label. Das heißt, sie garantieren, geprüft durch unabhängige Dritte, dass nicht nur der Status Quo unterstützt, sondern der Ausbau erneuerbarer Energien gefördert wird.

Statt Ökostrom bleibt nur ein Strommix

Die Energiewende scheint noch weit entfernt, denn gibt es immer noch rund 40 Prozent der deutschen Haushalte, die in der Grundversorgung sind. Als eine Art „Passivwähler“ beziehen sie automatisch Grundversorgertarife, die nicht nur oftmals wesentlich teurer sind als Ökostromtarife, sondern die auch laut durchschnittlichem bundesweiten Strommix zu fast 80 Prozent auf fossilen Energien und Atomkraft basieren. Während Stein- und Braunkohle ihren Anteil im Strommix zuletzt sogar weiter steigerten, verlangsamte sich deutlich die Zunahme beim Anteil erneuerbarer Energien.

Ähnlich scheint es im Gasmarkt, denn auch hier zeichnet sich ein düsteres Bild. Auch hier können die Verbraucher je Postleitzahlengebiet zwischen 78 Gasanbietern wählen. Echte Ökogastarife sind jedoch stark unterrepräsentiert. Nur knapp zehn Prozent der so betitelten Ökogasangebote basieren komplett auf nachwachsenden Rohstoffen. Rund ein Drittel sind so genannte Beimischprodukte mit einem Anteil von fünf bis 20 Prozent Biogas. Der Rest kommt aus fossilen Energiequellen. Insgesamt kompensiert fast die Hälfte der Ökogasangebote lediglich den verursachten CO2-Ausstoß von Erdgas, anstatt im Sinne der Energiewende, den Ausbau der erneuerbaren Energien auch im Gasmarkt zu fördern.

Anzeige

Der ahnungslose Verbraucher muss nun Handeln. Und das ist garnicht so schwierig. Der Wechsel selbst dauert im Schnitt nur wenige Minuten. Alles was man dazu brauche, ist die letzte Strom- oder Gas-Abrechnung. Doch im Vorfeld sollte man ordentlich Preise und Leistungen vergleichen, sowie sich ein Bild darüber machen welcher Anbieter auch wirklich die gewünschten Tarife bieten kann. Den Rest, wie zum Beispiel die Abmeldung beim bisherigen Energieversorger, übernehmen in der Regel die neuen Energieversorger.

Quelle: Polarstern / Text: Christina Jung