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Glückliche entspannte Frau
Entspannte Auszeit

10 Tipps für einen erholsamen Abend allein

Ein Abend ohne Gesellschaft muss keinesfalls langweilig sein. Im Gegenteil: Mit den richtigen Ideen wird daraus eine entspannte und erholsame Auszeit. Die besten Tipps dafür haben wir Ihnen hier zusammengestellt. 

Gründe, sich für einen ruhigen Abend zu entscheiden, gibt es genug – ein stressiger Arbeitstag, ein anstrengender Heimweg mit überfüllter U-Bahn und schlechtem Wetter…Besonders nach negativen Erlebnissen sehnen wir uns danach, abzuschalten und loszulassen. Mit diesen 10 Tipps können Sie Körper und Seele verwöhnen und Kraft tanken für den nächsten Tag.

1. Digital Detox

Das Smartphone soll vor allem eine Hilfe im Alltag sein. Doch die ständige Erreichbarkeit hat ihren Preis: Nur noch selten leben wir ganz bewusst im Hier und Jetzt, sondern werden durch Mails, Anrufe und andere Benachrichtigungen aus der Gegenwart herausgerissen und abgelenkt. Vor allem Mails, die Probleme auf der Arbeit betreffen, können die Stimmung im Feierabend drücken. Die Lösung: Digital Detox.

Legen Sie Ihr Smartphone nicht nur beiseite, sondern schalten Sie es aus oder zumindest stumm. Suchen Sie sich einen gemütlichen Platz und machen Sie es sich bequem. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und machen Sie sich Ihre Umgebung bewusst. Unser Gehirn ist darauf trainiert, alle Eindrücke zu interpretieren und bewerten zu wollen. Außerdem hat es die Angewohnheit, sich ständig mit Herausforderungen zu beschäftigen, die in der Zukunft liegen. Das können die Tasks des nächsten Arbeitstags sein oder andere Aufgaben, die vielleicht innerhalb der Woche noch anstehen.

Versuchen Sie, sich bewusst diesen Interpretationen und Fragestellungen zu verweigern. Betrachten Sie zum Beispiel eine ihrer Pflanzen oder eine Lampe und versuchen Sie, nicht daran zu denken, was der Gegenstand gekostet hat oder wo Sie ihn gekauft haben: Betrachten sie einfach nur die Formen – ohne Wertung. Wenn es Ihnen gelingt, Ihrem Gehirn auf diese Art auch nur für eine halbe Minute den ständigen interpretationsdrang abzugewöhnen, haben Sie sich bereits ein spürbares Stück Entspannung aus dem Hier und Jetzt gezogen.


2. Das Fünf-Gänge-Menü

Frau kocht für sich alleine

Der Abend allein zu Haus hat etliche Vorteile. Zum Beispiel müssen Sie keine Kompromisse eingehen – auch nicht beim Essen. Kochen Sie doch mal ein Menü nur für sich allein. Vielleicht sogar mit Lebensmitteln, die nicht so oft auf den Tisch kommen. Auch das Testen neuer Rezepte kann ein Abenteuer sein, das niemand am Ende bewerten wird, außer Sie selbst.

Das lässt sich wunderbar mit einer Weinprobe verbinden. Nehmen Sie sich die Zeit, verschiedene edle Tropfen zu verköstigen und ihren Geschmackssinn zu schärfen. Das ist ebenfalls eine gute Übung, das Hier und Jetzt bewusst wahrzunehmen, auch wenn dieses Mal Interpretationen seitens des Gehirns durchaus gewünscht sind. Trainieren Sie ihren Gaumen durch die Verkostung verschiedener Rebsorten und nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihre Weinkenntnisse zu erweitern.

So können Sie sogar beim nächsten Business-Essen mit Fachwissen glänzen, wenn Sie ihrem Chef erklären, welche geschmacklichen Eigenschaften verschiedene Rebsorten haben und wie Winzer sie gekonnt miteinander kombinieren, um ganz besondere Geschmackserlebnisse zu erzeugen. Wein ist nicht nur Genuss, sondern auch eine Wissenschaft, in die man ohne Probleme einen ganzen Abend lang eintauchen kann.

3. Blick zurück

Erinnerungen ruhen oft in Fotoalben oder Kisten mit losen Fotos. Warum diese Zeugen der Vergangenheit nicht nutzen, um über das eigene Leben zu reflektieren?  Machen Sie sich bewusst, was Sie Alles schon geschafft haben, welche Hürden Sie genommen und welche Chancen Sie ergriffen haben. Wie haben Sie sich im Vergleich zu Ihrem Ich aus der Kindheit entwickelt? Beim Durchstöbern von Fotos entdeckt man zudem oft positive Erlebnisse aus der Vergangenheit, an die man schon länger nicht mehr gedacht hat. Das kann die Sichtweise auf das eigene Leben erweitern und auch ein Stück weit verändern.

4. Blick nach vorn

Manchmal möchte man lieber nach vorne schauen als zurück. Der nächste Sommerurlaub, ein runder Geburtstag, das Klassentreffen beim Italiener in der Heimatstadt oder ein Wellness-Wochenende mit der Schwester: Das sind Unternehmungen, deren Planung uns mit Vorfreude erfüllt. Warum nicht heute schon vor dem Spiegel ein paar Kleider probieren, die dem Anlass angemessen sein könnten? Beim Blättern in den Reisemagazinen ein gutes Glas Wein aus der anvisierten Region genießen? Alte Schulkameraden anrufen und nebenher die Lieblingspizza bestellen? Doppelter Genuss ist oft auch doppelt beglückend.

5. Literarische Reise

Wer gern liest, kennt Bücher, in die man stundenlang eintauchen kann und seine Umgebung dabei völlig vergisst. Ob Krimi aus der Provence oder die Familiensaga, die im Hotel an der Ostsee spielt: Wie auch beim Essen sind hier die Geschmäcker verschieden. Wichtig ist es, ein Buch zu finden, das einen von der ersten Seite in seinen Bann zieht.

Durch das Eintauchen in eine fremde Welt, die vom Autor gekonnt in Szene gesetzt wird, können sich Stunden anfühlen wie Minuten. Das liegt daran, dass wir mit konzentriertem Lesen unser Gehirn dazu zwingen, Daten zwar zu ver- und damit auch zu bewerten – durch den permanenten Informationsfluss bekommt es aber nur selten Gelegenheit für längere Interpretationen oder ausschweifende Überlegungen. So kann Lesen genauso meditativ wirken wie die Konzentration auf den eigenen Atem.

6. Die Welt verändern

Entspannung klappt am besten, wenn das Gehirn abschaltet. Was aber, wenn bestimmte Themen uns einfach nicht in Ruhe lassen? Umweltschutz, Klimaerwärmung, Insektensterben ... Angesichts globaler Probleme fühlen viele Menschen sich klein und hilflos. Dennoch kann jeder von uns etwas tun. Biogemüse frisch vom Markt oder der Verzicht auf Fleisch können Schritte in die richtige Richtung sein. Warum diesen nicht weitere folgen lassen? Ein Abend allein bietet die perfekte Gelegenheit, alte Strukturen bewusst aufzubrechen und Platz für neue Gewohnheiten zu schaffen.

7. Pflege-Verwöhn-Programm

Frau entspannt in der Badewanne

Das ist ohne Zweifel der Klassiker für einen entspannten Abend allein: Badewanne, Kerzen, ein gutes Glas Wein, eventuell ein Buch, Hörbuch oder die Lieblingsmusik. Die Einen können dabei komplett abschalten, anderen kommen hier die besten Ideen. Wenn man fast schwerelos im wohlig warmen Wasser liegt, scheint das ganze Leben ein bisschen leichter zu werden.

8. Einen besonderen Film schauen

Zugegeben, das ist ein weiterer Klassiker, der zunächst ein bisschen Klischee-behaftet klingen mag – das kommt jedoch ganz auf den Film an. Es muss nicht zwingend die Romantik-Komödie mit den üblichen genre-typischen Handlungen sein. Erweitern Sie ihren Horizont mit einer Dokumentation über die Kastanienernte im italienischen Bergell oder eine Biographie Ihres Lieblingskünstlers. Auch Arthouse-Filme tragen nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Bildung bei und können den eigenen Horizont nachhaltig erweitern.

9. Einen Brief schreiben

Wem trotz Digital Detox der Sinn danach ist, sich mitzuteilen, der kann dies tun – ohne sich aus der Gegenwart herausreißen zu lassen. Nutzen Sie die Zeit, um einen persönlichen Brief zu schreiben. Gibt es eine Freundin, die Sie schon länger nicht mehr gesprochen haben? Einen Verwandten, der sich über eine aufmunternde Botschaft freuen würde?

In der heutigen Welt, wo alle über ihr Smartphone kommunizieren, ist der handgeschriebene Brief etwas ganz besonderes. Eine persönliche Handschrift erzeugt beim Lesen völlig andere Emotionen als die Standard-Messenger-Schrift und stylish designte Emojis. Auch der Schreibvorgang ist ein völlig anderer. Keine Autokorrektur stört den Fluss, keine SMS unterbricht den Schreibvorgang.

Auch wenn es komisch klingen mag: Die Tatsache, dass man bei einem handgeschriebenen Brief nicht einfach alles wieder löschen oder ersetzen kann, macht einen großen Unterschied für unser Gehirn. Denn so sind wir dazu gezwungen, uns wirklich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Sätze zu Ende zu denken, bevor wir Sie niederschreiben.

10. Eine Entscheidung treffen

Jeder Mensch trägt gewisse Entscheidungen mit sich herum, die schwer zu treffen sind. Auch wenn unser Gehirn in der Lage ist, diese Entscheidungen im Alltag zu verdrängen, so kommen sie doch unweigerlich immer wieder auf uns zurück. Meistens eben dann, wenn um uns herum Ruhe einkehrt. Warum den Abend also nicht nutzen, um den geistigen Ballast über Bord zu werfen und sich diesen Fragen zu stellen. Machen Sie eine Liste mit Pros und Contras oder machen Sie eine gedankliche Reise, in der Sie sich die verschiedenen Optionen und deren mögliche Konsequenzen vorstellen.

Manchmal kommt man dabei zu dem Schluss, dass negative Auswirkungen vielleicht gar nicht so weitreichend sind, wie man zunächst gedacht hat. Oder dass die Vorteile, die sich aus einer Entscheidung ergeben, im Vergleich zum Aufwand doch eher gering sind. Zu welchem Ergebnis Sie auch kommen: Es gibt nichts befreienderes als der Moment, indem ein Problem gelöst wird. Vor allem, wenn uns dieser Gedanke schon länger beschäftigt. So ist im Kopf wieder Platz für die wirklich wichtigen Dinge, die man so auch wieder unbeschwert genießen kann. Nach so einem entspannten Abend kann nur eine erholsame Nacht mit guten Träumen folgen. Das ist die beste Basis für einen gelassenen Geisteszustand am nächsten Tag.

Quellen: Bilder: Depositphotos/stokkete, VitalikRadko, Anna_Om, Text: red