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Dr. Antje von Dewitz – Geschäftsführerin von Deutschlands nachhaltigster Outdoormarke
Dr. Antje von Dewitz Verantwortungsvolles Wirtschaften in einer globalen Welt

Dr. Antje von Dewitz hat sich schon früh für Umweltthemen interessiert und ein Bewusstsein für die globalen Herausforderungen entwickelt. Als Klassensprecherin übte sie sich bereits darin, eine Meinung zu vertreten und eine Stimme zu sein, für eine Gemeinschaft. Nun leitet sie das Familienunternehmen VAUDE aus Tettnang, Deutschlands nachhaltigste Outdoormarke, setzt sich mit ihrem Team für nachhaltige Produktverfahren ein, engagiert sich in der Flüchtlingshilfe, und ist seit Kurzem stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

 

Dr. Antje von Dewitz

Dr. Antje von Dewitz

Berufstätige Mutter mit unbändiger Energie

Für Antje von Dewitz standen Nachfolge und Übernahme des Familienbetriebs lange nicht auf der persönlichen Agenda. Während ihres Studiums der Wirtschafts- und Kulturraumstudien führten sie ihre Praktika durch die deutsche Medienlandschaft als auch zu NGOs, wo sie u. a. für den Norddeutschen Rundfunk, die Süddeutsche Zeitung oder das Goetheinstitut Abidjan tätig war. Hier sammelte sie erste praktische Erfahrungen in den Bereichen Marketing, Journalismus und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Erst zum Ende des Universitätsstudiums führte sie ihre Erfahrungsreise zum Praktikum ins Produktmanagement bei VAUDE. Aus dem Praktikum wurde eine Festanstellung mit der Verantwortung für einen eigenen Geschäftsbereich – Packs n‘ Bags: Produktentwicklung, Design, Marketing und PR für City-Taschen und Daypacks . Da war sie gerade mal 25 Jahre alt. Ein Jahr später brachte Antje von Dewitz ihre erste Tochter zur Welt, die sie dann ab dem zweiten Lebensmonat mit zur Arbeit nahm. Erst als die zweite Tochter zur Welt kam machte sie eine Elternpause, verließ für drei Jahre das Unternehmen und beschloss, beim Lehrstuhl Entrepreneurship an der Universität Hohenheim zu arbeiten und zu promovieren.

 

Veränderungen gemeinsam gestalten

Den Kopf voller Ideen kam sie 2005 als Marketingleiterin wieder zurück ins Unternehmen, um gemeinsam mit dem Vater die strukturellen Voraussetzungen für den Generationswechsel zu gestalten. Denn als Nachfolgerin, die ein Unternehmen mit damals 400 Mitarbeitern übernahm und zudem Familie und Beruf vereinbaren musste, hatte sie andere Anforderungen. Um die Komplexität zu meistern, waren dezentralere Strukturen und Entscheidungswege notwendig. 2009 übernahm Antje von Dewitz die Geschäftsführung mit der klaren Vision, das Unternehmen durch und durch nachhaltig auszurichten. Nachhaltigkeit wurde im ganzen Unternehmen verankert. Es wurde eine Vertrauenskultur aufgebaut, in der Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen und stärker an Entscheidungen beteiligt sind. VAUDE engagiert sich entlang der globalen Lieferkette für hohe soziale und ökologische Standards. Auch der gesamte Produktlebenszyklus wird bei VAUDE nachhaltig gestaltet. Nachdem Antje von Dewitz als Geschäftsführerin die Nachfolge angetreten hatte, gab ihr Vater die Verantwortung ab und widmete sich neuen Aufgaben. Dieser baute mit 65 Jahren in Vietnam eine Produktionsstätte auf, die hohe Umweltstandards erfüllt und seitdem der wichtigste Lieferant für die äußerst beliebten VAUDE-Rucksäcke ist. 

 

VAUDE Arbeitswelten

 

Dr. Antje von Dewitz

Dr. Antje von Dewitz

Erfolgreich mit starken Unternehmenswerten

Antje von Dewitz versteht Unternehmertum als Verpflichtung, einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. „Bei allem, was wir tun, übernehmen wir deshalb Verantwortung: gegenüber unseren Mitarbeitern und Partnern weltweit, gegenüber unserer Umwelt und nachfolgenden Generationen. Als nachhaltig handelndes Unternehmen orientieren wir uns an langfristigen, zukunftsfähigen, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen“, so ein Auszug aus dem umfangreichen Nachhaltigkeitsbericht von VAUDE.

In der Praxis bedeutet dies, dass VAUDE auch bei gesellschaftlichen Herausforderungen handelt. So hat beispielsweise Flüchtlinge eingestellt und ins Berufsleben integriert. Dabei endet die Unterstützung nicht am „Fabriktor“, sondern beinhaltet auch die Organisation von Sprachunterricht, die Vermittlung einer Unterkunft, Traumabewältigung und vieles mehr. Einige dieser Kollegen, die mittlerweile gut eingearbeitet sind, werden nun von der Abschiebung bedroht. Im Rahmen der Initiative „Bleiberecht durch Arbeit“, die Antje von Dewitz mitgegründet hat, engagiert sie sich mit rund 170 weiteren Unternehmen dafür, dass Flüchtlinge, die hier arbeiten, auch bleiben dürfen.

 


 

ecowoman

Foto: VAUDE, Attenberger

Nachhaltige Produkt-Innovationen

Antje von Dewitz arbeitet unermüdlich daran, ihr Unternehmen und dessen Produkte noch nachhaltiger zu gestalten, mit dem Ziel, den Anteil an VAUDE-Produkte aus recycelten Materialien deutlich zu erhöhen. So hat VAUDE ein neues Fleece-Material auf den Markt gebracht, das kein Mikroplastik in den Gewässern freisetzt. Als Teil der Textilindustrie, die ein großer Mitverursacher von Mikroplastik ist, möchte VAUDE auf dieser Weise zur Lösung ökologischer Probleme beitragen. Darüber hinaus hat VAUDE mit Partnern aus Umweltverbänden, Wissenschaft und der Textilindustrie das Forschungsprojekt „TextileMission“ ins Leben gerufen, um gemeinsam an innovative Entwicklungen gegen Mikroplastik zu arbeiten. 

Gerade hat VAUDE, als eines der ersten deutschen Unternehmen, für einen Großteil seiner Produktpalette das neue staatliche Textilsiegel "Grüner Knopf" erhalten. Die strengen Kriterien des firmeneigenen Labels „Green Shape“ wurden dafür anerkannt und waren eine wichtige Grundlage, um die Zertifizierung zu erhalten.

 


 

 

Quelle: Titelbild: VAUDE, Attenberger, Bilder: VAUDE, Text: Ulrike Stöckle